Montag, 28. Oktober 2019

Erste Reihe für regional und bio

     

Mehr regionales Bio in die Regale: Wie das möglich ist besprachen rund 20 Vertreter des Lebensmitteleinzelhandels, aus der Landwirtschaft und der Verarbeitung bei einem Vernetzungstreffen der Bio-Musterregion Heidenheim plus.

Um mit biologischen Lebensmitteln aus der Region noch mehr Kunden zu erreichen und so deren Nachfrage zu stärken, soll das Angebot im Lebensmitteleinzelhandel ausgeweitet werden. Dass die Kooperation zwischen dem Lebensmitteleinzelhandel und Bio-Anbietern sehr früchtetragend ist, wurde bei dem Vernetzungstreffen im Heidenheimer real-Markt sowohl bei der Marktführung als auch beim anschließenden Austausch deutlich: Die beiden teilnehmenden Vertreter des Lebensmitteleinzelhandels Jakob Nieß (Rewe) und Frank Rebmann (real) schilderten, wie regionale Bioprodukte bereits ins Angebot integriert werden und machten deutlich, dass sie sehr offen für eine Ausweitung sind. Wie beide zum Ausdruck brachten, ist für sie das Thema bioregionale Produkte eine Herzensangelegenheit ebenso wie eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe, wobei sie für Verbindlichkeit und für Abnahmegarantie stehen. Die bereits mit dem Lebensmitteleinzelhandel kooperierenden Landwirte Rüdiger Spiegel vom Talhof, Helena Fähnle von der Bio-Imkerei Fähnle und Rainer Bihlmaier von BioBihlmaier sowie Christoph Hald von der Härtsfelder Familienbrauerei Hald konnten gleichzeig auch einige Unsicherheiten bei den interessierten Landwirten ausräumen. Wie sie bestätigten, funktioniere die Zusammenarbeit gut, Probleme könnten durch den direkten Kontakt gelöst werden und es gebe keinen Preisverfall. Ebenfalls ein wichtiges Thema war bei den potentiellen Kooperationspartnern die Abnahmemenge beziehungsweise die Befürchtung, keine ausreichenden Mengen liefern zu können. Auch hier konnten die Lebensmitteleinzelhändler beruhigen: Natürlich würden auch kleinere Mengen angenommen, denn es liege auf der Hand, dass saisonale regionale Produkte nur in begrenzten Mengen zur Verfügung stehen. Wichtig sei natürlich, genau dies auch entsprechend gegenüber den Kunden zu kommunizieren. Gerade die Information der Verbraucher war dabei für alle Teilnehmer des Vernetzungstreffens ein wichtiges Thema: Deshalb soll das Bio-Angebot im Lebensmitteleinzelhandel nicht einfach nur ausgeweitet werden, sondern beispielsweise auch mit entsprechenden Informationen zu den Landwirten vor Ort und der Bio-Musterregion ergänzt werden. Einig waren sich die Teilnehmenden auch, dass für die Vermarktung ein professioneller Auftritt – beispielsweise in Form einheitlich gestalteter spezieller Regale für alle bio-regionalen Produkte – erforderlich ist. Eine weitere Idee war, sowohl für das Verkaufspersonal im Lebensmitteleinzelhandel als auch für interessierte Verbraucher verstärkt Hof- und Betriebsführungen anzubieten.
„Es gab viele neue Ideen und einen regen Austausch – für uns war das Vernetzungstreffen eine sehr gelungene Veranstaltung“, so Johanna Böll, Regionalmanagerin der Bio-Musterregion Heidenheim plus. Sie freut sich besonders darüber, dass gleich mehrere Landwirte Interesse gezeigt haben. Händler und Landwirte würden nun in Einzelgesprächen über mögliche Kooperationen und Produkte sprechen. „Durch die Erfahrungsberichte von bereits kooperierenden Lebensmitteleinzelhändlern und Landwirten konnte eine gute Basis geschaffen werden, viele Unsicherheiten konnten so und durch den persönlichen Kontakt ausgeräumt werden. Bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern war deutlich spürbar, dass sie das Thema Vermarktung von bio-regionalen Lebensmittel weiter ausbauen und weitere Verbraucher erreichen wollen.“

Infos zur Bio-Musterregion Heidenheim plus gibt es im Internet unter www.landkreis-heidenheim.de oder im Bio-Musterregion- Newsletter „Wertpapier“. Wer immer auf dem aktuellen Stand bleiben will, kommt per Mail an j.boell@landkreis-heidenheim.de auf die Verteilerliste.