Mittwoch, 6. November 2019

Anreiz für die Karriere mit Lehre

Landkreis Heidenheim vergibt Förderpreis Duale Ausbildung an sechs Preisträger.

Bereits zum fünften Mal wurde am Montagabend (4.11.2019) der Förderpreis Duale Ausbildung des Landkreises Heidenheim vergeben. Die Auszeichnung ging an zwei Betriebe und vier Auszubildende.
Der Förderpreis wird an Auszubildende und Betriebe vergeben, die sich besonders beweisen. Bei den Azubis kommt es dabei – im Gegensatz zu vielen anderen Preisen – weniger auf die Noten als auf individuelle Faktoren an. Deshalb gehören zu den Kriterien etwa eine rollenuntypische Berufswahl, individuelle Leistungsvoraussetzungen und die Persönlichkeit. Bei den Betrieben wird gewürdigt, wenn sie sich ganz besonders in der Ausbildung, etwa durch Chancen für schwächere Auszubildende und individuelle Förderung, engagieren. Oder auch wenn gefördert wird, dass Männer in Frauen- und Frauen in Männerberufen ausgebildet werden. „Gleichzeitig wollen wir mit dem Förderpreis Duale Ausbildung auf die duale Ausbildung und ihre vielen Facetten aufmerksam machen und wir wollen Betriebe und Unternehmen, die sich in der Ausbildung besonders engagieren, würdigen. Sie haben eine Vorbildfunktion: Denn sie haben erkannt, dass es sich lohnt gut auszubilden“, betonte der Erste Landesbeamte Peter Polta.
Wie Polta hervorhob, werde auf regionaler Ebene auch in enger Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer Ulm sowie der Industrie- und Handelskammer Ostwürttemberg kontinuierlich an der Weiterentwicklung der Lehr- und Lernbedingungen im Landkreis Heidenheim gearbeitet. So soll mit Hilfe von Fördermitteln die Lernfabrik 4.0 an der Technischen Schule kontinuierlich weiter ausgebaut und um ergänzende Module erweitert werden. Dem Fachkräftebedarf im Speditions- und Logistikdienstleistungsbereich werde durch die im Frühjahr beschlossene Einrichtung einer entsprechenden Fachklasse an der Kaufmännischen Schule begegnet. Ab dem Schuljahr 2020/2021 sollen die Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistungen im Landkreis Heidenheim ausgebildet werden. Vor dem Hintergrund des Personalmangels in den Pflegeberufen sei es Ziel des Landkreises, nicht nur die vorhandenen Ausbildungsstellen zu erhalten, sondern möglichst zusätzliche Ausbildungsmöglichkeiten zu schaffen. Daher sei in der letzten Kreistagssitzung beschlossen worden, eine Koordinierungsstelle zur Organisation und Weiterentwicklung der neuen generalisierten Pflegeausbildung im Landkreis Heidenheim einzurichten. Diese werde zentraler Ansprechpartner für die Ausbildung, sowohl für die Pflegeeinrichtungen und die Pflegeschulen als auch die Auszubildenden im Pflegeberuf sein.
Der Landkreis als Schulträger nehme die Ausbildungsangebote gezielt in den Blick. Im kommenden Jahr steht hierfür auch eine weitere Überarbeitung des Schulentwicklungsplans an. Der Förderpreis Duale Ausbildung ist ein Resultat des Schulentwicklungsplans des Landkreises, vergeben wurde er dieses Jahr bereits zum fünften Mal. Insgesamt gingen in dieser Runde 17 Bewerbungen ein, aus welchen die Jury vier Auszubildende und zwei Betriebe ausgewählt hat.
Erster Landesbeamter Peter Polta überreichte die Urkunde und das Preisgeld an Funda Bozer, die als Mutter von drei Kindern nicht nur den theoretischen Teil ihrer Ausbildung zur Altenpflegerin spielend meistert, ihr gelingt auch die praktische Arbeit mühelos. Mit Empathie und Sensibilität begegnet sie den Senioren und betreut sie liebevoll und individuell. Stellvertretend für die UC Monz GmbH & Co. KG in Heidenheim nahm die Geschäftsführerin Ulrike C. Monz den Förderpreis entgegen. Dort werden die Auszubildenden über ein spezielles Patenprogramm an die Hand genommen und dadurch persönlich und individuell unterstützt. Auch die berufliche Integration von Flüchtlingen wird stark gefördert.

André Louis, Leiter des Geschäftsbereichs Ausbildung der IHK Ostwürttemberg, überreichte den Förderpreis an Nathalie Ulmer, die nach ihrer Ausbildung zur Bürokauffrau eine weitere Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik absolviert hat. Als einzige Frau durchlief sie die Ausbildung des eher Männer dominierten Berufes und war auch eine wesentliche Stütze für ihre Mitschüler. Außerdem zeichnete Louis Pascal Rink aus, der sich aufgrund des fehlenden Praxisbezugs gegen ein Studium und für eine Ausbildung als Kfz-Mechatroniker entschied. Diese konnte er aufgrund sehr guter Leistungen mit verkürzter Ausbildungszeit abschließen.

Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm Dr. Tobias Mehlich verlieh den Preis an die Auszubildende Magdalena Stahl sowie an die Wirth Elektrotechnik GmbH. Magdalena Stahl absolviert eine Ausbildung zur Orthopädietechnik-Mechanikerin im Bereich der Kinderorthopädie und Kinderreha, in der neben einem guten Verständnis für Technik auch medizinisches Fachwissen und soziale Kompetenz gefragt sind. All das kann sie bieten und ist ihrem Ausbildungsbetrieb eine sehr große Hilfe und Unterstützung. Die Wirth Elektrotechnik GmbH legt großen Wert auf eine hohe Ausbildungsqualität, so werden die Auszubildenden individuell gefördert und gut auf die Prüfungen vorbereitet. Außerdem stellt sich der Betrieb regelmäßig auf Ausbildungsmessen vor. Durch dieses Engagement hat der Betrieb aktuell kaum das Problem, geeigneten Nachwuchs zu finden und diesen auch an den Betrieb zu binden. Den Preis nahmen Gebhard Wirth, Engelbert Wachter und Michaela Kinzler entgegen.

Musikalisch umrahmt wurde die Preisverleihung von einem Vokalensemble unter der Leitung von Maddalena Ernst. Für das Catering sorgte die Metzgerei Oberhammer.

Info: Der Förderpreis Duale Ausbildung wurde 2015 das erste Mal ausgelobt und wird vom Landkreis Heidenheim gestiftet. Das Preisgeld, das durch die wiederholte Unterstützung von Ulrich Knöller auf insgesamt 2000 Euro aufgestockt werden konnte, wird an Auszubildende verliehen, prämierte Ausbildungsbetriebe erhalten eine Urkunde. Über die Preisvergabe entscheidet eine Jury aus Vertretern des Landkreises, der Industrie- und Handelskammer Ostwürttemberg, der Handwerkskammer Ulm, der Kreishandwerkerschaft Heidenheim und der beruflichen Schulen in Heidenheim. Der Förderpreis Duale Ausbildung wird im Jahr 2020 erneut ausgelobt. Weitere Infos gibt es im Landratsamt Heidenheim bei Claudia Dietrich, Tel. 07321/321-2482.


Der Landkreis Heidenheim hat bereits zum fünften Mal den Förderpreis Duale Ausbildung vergeben. Erster Landesbeamter Peter Polta (Fünfter von links), André Louis (Zweiter von rechts), Leiter des Geschäftsbereichs Ausbildung der IHK Ostwürttemberg, Dr. Tobias Mehlich (links), Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm, überreichten die Auszeichnungen an (von links): Gebhard Wirth, Michaela Kinzler, Engelbert Wachter (Wirth Elektrotechnik GmbH), Ulrike Monz (UC Monz GmbH & Co. KG), Funda Bozer (Altenpflegerin), Pascal Rink (KFZ-Mechatroniker), Natalie Ulmer (Fachkraft für Lagerlogistik) und Magdalena Stahl (Orthopädietechnik-Mechanikerin).