Montag, 9. Dezember 2019

Koordinatorin für die Pflegeausbildung

Diana Rau managt im Landkreis Heidenheim die Pflegeberufereform und will gleichzeitig um weitere Azubis für die Pflegebranche werben.    

Die Pflege befindet sich im Notstand: Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt, Pflegefachkräfte werden dringend gesucht – auch im Landkreis Heidenheim. Vor diesem Hintergrund ist es erklärtes Ziel des Landkreises, die Ausbildungszahlen hoch zu halten oder möglichst noch zusätzliche Ausbildungsmöglichkeiten zu schaffen. Einen Beitrag dazu soll die erfolgreiche Umsetzung der Pflegeberufereform leisten: Ab Ausbildungsstart 2020 werden die beiden Pflegeschulen im Landkreis – die Maria-von-Linden-Schule (bislang Ausbildung Altenpflege) und die Schule für Gesundheits- und Krankenpflege am Klinikum (bislang Ausbildung Gesundheits- und Krankenpflege) – die generalisierte Ausbildung anbieten. Die Praxisstunden werden entsprechend der neuen Regelung erhöht auf drei Pflichteinsätze zu je 400 Stunden sowie zwei weitere zu je 120 Stunden. „Ein immenser Organisationsaufwand für alle an der Ausbildung beteiligten Stellen, von den Trägern der praktischen Ausbildung über die Pflegeschulen bis zu den Auszubildenden. Daher besteht dringender Handlungsbedarf dabei, alle Beteiligten bei der Koordinierung, Vernetzung und Begleitung zu unterstützen“, so Landrat Peter Polta. Im Landkreis Heidenheim sei aus diesem Grund die Stelle zur Organisation und Weiterentwicklung der neuen generalisierten Pflegeausbildung geschaffen worden. Die Gesundheitsmanagerin Diana Rau aus Heidenheim hat diese Stelle im November angetreten und ist seitdem als zentrale Ansprechpartnerin für die generalisierte Pflegeausbildung für die Beratung und Unterstützung der Träger der praktischen Ausbildung und der Pflegeschulen sowie künftiger Azubis zuständig „Wichtig ist es mir zudem, Marketingarbeit für den Pflegeberuf zu betreiben und dabei auch darauf hinzuweisen, dass die Pflege ein zukunftssicherer spannender Beruf mit jeder Menge Chancen und Aufstiegsmöglichkeiten ist“, betont Diana Rau.
Die 29-Jährige kann in ihrer neuen Aufgabe nicht nur auf ihre Kenntnisse aus dem dualen Studium zum Bachelor of Arts im Studiengang BWL-Gesundheitsmanagement und aus dem Masterstudium im Studiengang Gesundheitsmanagement setzen, sondern auch auf mehrere Jahre Arbeitserfahrung in der Verwaltung der Stiftung Haus Lindenhof. Vor ihrem Wechsel ins Landratsamt war sie dort für die Planung, Betreuung und Durchführung von Projekten im Rahmen der Personalgewinnung, der Personalentwicklung sowie der Personalbindung zuständig. „Einer meiner Schwerpunkte war dabei die Umsetzung der Anforderungen aus dem Pflegeberufegesetz, sowie die damit verbundene Implementierung der neuen generalistischen Pflegeausbildung in den Pflegeeinrichtungen der Stiftung Haus Lindenhof“, so Diana Rau. Dementsprechend konnte sie im Landratsamt direkt in die Arbeit starten und hat bereits erste Marketingmaßnahmen in Angriff genommen. Ein Flyer zur Pflegeausbildung im Kreis ist etwa schon gedruckt.
In den kommenden Wochen wird sie sich auf Basis einer Umfrage bei den Pflegeeinrichtungen des Landkreises einen umfassenden Überblick über die Ausbildungssituation verschaffen. Zusammen mit den Einrichtungen und den Pflegeschulen sollen dann die Weichen für einen möglichst reibungslosen Übergang in die generalisierte Ausbildung gestellt werden. Zudem organisiert sie für den 12. März 2020 einen Aktionstag Pflegeberufe. Zielgruppe sind künftige Schulabgänger und Berufseinsteiger, aber auch an einer Umschulung oder Weiterbildung Interessierte. An Aktions- und Informationsständen sollen Fragen rund um die neue Ausbildung, den Berufseinstieg in die Pflege und Weiterentwicklungsmöglichkeiten beantwortet werden.

Persönlich ist die Koordinatorin für die Pflegeausbildung im Landkreis Heidenheim in der Maria-von-Linden-Schule (Raum B 512), Heckentalstraße 86 in Heidenheim, telefonisch unter 07321 321-7850 oder per Mail an pflegeausbildung@landkreis-heidenheim.de erreichbar.

Info: Nach der 2017 verkündeten und ab Anfang 2020 stufenweise in Kraft tretenden Pflegeberufereform werden die drei bisherigen Ausbildungen in der Altenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zur künftig einheitlichen dreijährigen Ausbildung Pflegefachfrau/Pflegefachmann zusammengeführt. Hierbei lernen alle Auszubildenden in den ersten beiden Jahren theoretisch wie praktisch das Gleiche, was den späteren Wechsel zwischen den einzelnen Pflegebereichen erleichtern soll. Im dritten Ausbildungsjahr ist neben dem Abschluss als Pflegefachfrau/-mann eine Spezialisierung mit dem Abschluss Altenpfleger/in oder Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in möglich.