Mittwoch, 5. Februar 2020

Was fehlt Migranten im Landkreis Heidenheim

Abschlussbericht des Lehrforschungsprojekts „Schon angekommen“ gibt Empfehlungen

Dass Migration nicht nur global, sondern auch im Landkreis Heidenheim aktuell ist, zeigen auch die steigenden Ausländerzahlen im Landkreis. Mit Stand Dezember 2018 leben 20.866 ausländische Staatsangehörige aus 131 unterschiedlichen Ländern im Landkreis Heidenheim, dies sind 15 % der Einwohnenden des Landkreises. Im Oktober 2019 erschien das aktualisierte Integrationskonzept des Landkreises Heidenheim. Einen wichtigen Beitrag dazu leistete das Lehrforschungsprojekt „Schon angekommen?“. Darin erforschten 34 Studierende des Studiengangs Soziale Arbeit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Heidenheim unter Leitung von Prof. Dr. René Gründer und im Auftrag des Landkreises Heidenheim, was Menschen mit Migrationserfahrung im Landkreis Heidenheim fehlt, wie gut die bestehenden Angebote bekannt sind und über welche Kanäle sich die Menschen informieren. Nun erschien ergänzend zum Integrationskonzept der Abschlussbericht des Forschungsprojekts mit Handlungsempfehlungen, wie die Integration im Landkreis verbessert werden kann.
Unter anderem fanden die Studierenden heraus, dass verhältnismäßig wenige Migranten und Migrantinnen bisher am Vereinsleben teilnehmen, vor allem durch mangelndes Wissen über die Vereinswelt vor Ort. Helfen könnte eine Vermittlerstelle, diese könnte auf der einen Seite Migrantinnen und Migranten über die Vereinslandschaft und deren Angebote vor Ort informieren, auf der anderen Seite auch die Vernetzung zwischen den Vereinen fördern und diesen für aufkommende Fragen zur Migration zur Verfügung stehen. Außerdem sei das meist junge Alter der Geflüchteten eine gute Voraussetzung für die Integration in den Arbeitsmarkt. Ein Teil der Unternehmen in der Region sei zudem sehr aufgeschlossen, was die Beschäftigung von Geflüchteten angehe. Einige Firmen fühlten sich jedoch nicht ausreichend über die rechtlichen Rahmenbedingungen bei der Beschäftigung von Migrantinnen und Migranten informiert. Im Abschlussbericht werden gezielte Informationsveranstaltungen dazu vorgeschlagen. Die Studierenden führten dafür insgesamt 46 Experteninterviews mit Fachkräften, Ehrenamtlichen und Geflüchteten durch, werteten 132 Presseberichte aus, analysierten Daten aus einer Befragung von 308 Menschen mit Migrationserfahrung und führten eine Fallstudie zur Integrationsfähigkeit des Schulsystems durch.
Der Hauptteil des Abschlussberichts besteht aus 28 Kurzzusammenfassungen der Forschungsprojekte, welche von Studierenden verfasst worden sind. Diese werden unter anderem auch durch eine Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen von den Herausgebern Prof. Dr. René Gründer und Frank Neubert ergänzt.
„Dass wir das Vorhaben, trotz unterschiedlicher Zeitpläne, in der kurzen Zeit von einem Jahr umsetzen konnten, spricht für das Engagement und den Einsatz der Studierenden und Herrn Prof. Dr. Gründer“, betont Frank Neubert, Bildungskoordinator für Neuzugewanderte am Landratsamt Heidenheim, der das Begleitforschungsprojekt initiiert und begleitet hat.
„Die vorliegende Studie ist das Ergebnis eines gelungenen Lehrforschungsprojektes. Der Erfolg ist nicht zuletzt auf die umfassende und fachlich bereichernde Zusammenarbeit mit Frank Neubert, dem Bildungskoordinator des Landkreises Heidenheim, zurückzuführen“, so Prof. Dr. René Gründer.

Der Abschlussbericht ist hier zu finden.