Donnerstag, 20. Februar 2020

Damit alle Kinder ihre Chancen nutzen können

Landkreis Heidenheim, Round Table und Papilio schließen bundesweit einzigartige Kooperation ab: Kinder von null bis neun Jahren profitieren

Anfang Februar schlossen der Landkreis Heidenheim, Round Table 125 und das Sozialunternehmen Papilio einen Kooperationsvertrag, der bundesweit einmalig ist: Sie wollen, dass Kinder von null bis neun Jahren in Kitas und Grundschulen nach dem durchgehenden Konzept von Papilio gefördert werden. Auf lange Sicht ist diese frühe Förderung der beste Ansatz, um späteren Problemen wie Schulabbrüchen, Drogen, Gewalt oder Internetsucht vorzubeugen.
Viele Studien belegen, dass die genannten Probleme häufiger auftreten, wenn Kinder in schwierigen finanziellen und sozialen Umständen aufwachsen. „Wir können aber nicht hinnehmen, dass die Zukunftschancen von Kindern dadurch bestimmt werden, in welche Verhältnisse sie hineingeboren werden“, erklärt Peter Barth, Kommunaler Suchtbeauftragter im Landratsamt Heidenheim. „Wir können an vielen Beispielen sehen, dass wir hier so früh wie möglich ansetzen müssen.“
Genutzt werden dazu die Papilio-Programme Papilio-U3 für Kinder in Krippen, Papilio-3bis6 in Kindergärten und Papilio-6bis9 in Grundschulen. Erzieher und Lehrer werden im jeweiligen Programm fortgebildet und bekommen Methoden und Handwerkszeug an die Hand, mit denen sie die Kinder bestmöglich fördern. Ruth Siemes-Frömmer, Sozialpädagogin und pädagogische Leitung bei Papilio, erklärt: „Die Programme kommen in den Kitas und Grundschulen gut an und sie bringen den Pädagogen spürbare Erleichterung. Denn wenn Kinder besser mit sich und anderen umgehen können, wird auch der Kita- oder Schul-Alltag harmonischer.“ Die Kinder fühlen sich wohler, entwickeln sich besser, stören weniger und erzielen am Ende bessere Schulergebnisse.
Die besondere Kooperation hat eine Vorgeschichte. Der Landkreis Heidenheim hat bereits vor zehn Jahren, als erste Kommune in Baden-Württemberg, die Initiative für Prävention in Kindergärten ergriffen und ebenso lange fördert Round Table 125 die Papilio-Fortbildungen. „Wir sind von dem Konzept voll überzeugt, deshalb machen wir hier den nächsten Schritt“, erklärt Round-Table-Präsident Kenny Flack. „Papilio hat eine hohe Qualität. Aber nur, wenn wir das auf eine dauerhafte Basis stellen, werden wir für unsere Region wirklich was verändern. Letztlich nutzt Papilio allen Kindern – aber uns geht es besonders um die, die nicht von Geburt an Glück hatten.“
Bisher wurden im Landkreis Heidenheim 97 Kindergarten-Fachkräfte in Papilio fortgebildet. Sie haben über die Jahre hochgerechnet 4.850 Kinder gefördert.
Kitas und Grundschulen, die an Papilio-Fortbildungen interessiert sind, können sich im Landratsamt Heidenheim bei Alexandra Floruß, Fachberatung für Kindertageseinrichtungen Landkreis Heidenheim, unter Tel. 07321 321-2274 oder a.floruss@landkreis-heidenheim.de melden.

Info: Das Sozialunternehmen Papilio gemeinnützige GmbH setzt sich dafür ein, dass alle Kinder gleiche Chancen haben. Es entwickelt und verbreitet Programme, die in Kitas und Grundschulen ansetzen und die sozial-emotionalen Kompetenzen fördern. Sie sind wichtig, damit Kinder mit sich und anderen gut umgehen können, auch in schwierigen Situationen. Die Hauptprogramme sind Papilio-U3, Papilio-3bis6 und Papilio-6bis9. Zudem gibt es für Kitas die Module Papilio-ElternClub und Papilio-Integration. Alle Angebote sind wissenschaftlich fundiert. Deutschlandweit profitieren inzwischen über 380.000 Kinder von Papilio, mehr als 7.000 Erzieherinnen und Lehrkräfte wurden dafür geschult.
Weitere Infos: www.papilio.de.


Anfang Februar schlossen der Landkreis Heidenheim, Round Table 125 und das Sozialunternehmen Papilio einen Kooperationsvertrag. Auf dem Bild zu sehen sind Landrat Peter Polta (vorne, von links), Kenny Flack (1. Vorsitzender Round Table125 Heidenheim), Achim Fetzer (Round Table125 Heidenheim), Gürhan Carik (Round Table125 Heidenheim), Alexandra Floruß (Fachberatung für Kindertageseinrichtungen Landkreis Heidenheim), Roman Bauder (Round Table125 Heidenheim), Holger Nagel (Round Table125 Heidenheim) und Peter Barth (Kommunaler Suchtbeauftragter Landkreis Heidenheim).