Freitag, 17. April 2020

Borkenkäfer-Info Frühjahr 2020 an alle Waldbesitzer

Frühzeitige Borkenkäfersuche ist ein wichtiger Baustein um das Gefahrenpotential im Wald zu minimieren

Durch den aktuellen Witterungsverlauf und die hohe Ausgangspopulation der Borkenkäfer ist in diesem Frühjahr weiterhin mit einem hohen Befallsrisiko durch Buchdrucker und Kupferstecher zu rechnen.
Das in diesem Frühjahr durch den Orkan Sabine angefallene Sturmholz verschärft die Situation zusätzlich. Die derzeit hohen Käferpopulationen finden dadurch frisches bruttaugliches Material nahezu ohne Abwehrkraft. Es ist deshalb von zentraler Bedeutung, das Sturmholz wie sämtliches bruttaugliches Material (Gipfel, stärkere Äste) schnellstmöglich aufzuarbeiten und abzufahren.
Nachdem aufgrund der Witterung die Schwärmphase des Borkenkäfers kurz bevorsteht, werden die Waldbesitzer gebeten, ihre Nadelholzbestände auf Stehendbefall zu kontrollieren.
Jede nicht erkannte Fichte, aus der die erste Borkenkäfergeneration ausfliegt, führt zum Befall von bis zu 20 weiteren Fichten. Diese Problematik zeigt, dass frühe Maßnahmen die größte Wirkung zur Reduktion der Borkenkäferpopulation besitzen.
Die wöchentliche Kontrolle der Fichtenbestände im Zeitraum von Ende April bis Ende Juni und die umgehende Aufarbeitung befallener Bäume sind deshalb von zentraler Bedeutung zur Eindämmung der Borkenkäfer-Vermehrung.
Es empfiehlt sich zunächst südexponierte wärmere Lagen und letztjährige Befallsstellen intensiv zu kontrollieren.

Borkenkäferbefall-Erkennungsmerkmale an Fichten:

April

  • Oftmals besitzen die Fichten noch eine grüne Krone, dennoch ist häufig am Kronenansatz abplatzende Rinde zu sehen
  • Vom Specht abgeschlagene Rindenstücke
  • Trockene und verfärbte Baumkronen

Mai - Juli

  • Ende April/Anfang Mai ist zusätzlich das braune Bohrmehl auf der Rinde, unter Rindenschuppen, auf Spinnweben am Stammfuß und auf der Bodenvegetation zu sehen
  • Im weiteren Befallsverlauf sind Harztröpfchen und Harzfluss am Stamm, vor allem am Kronenansatz zu sehen

Klären Sie bitte vor Aufarbeitungsbeginn mit der zuständigen Forstrevierleitung oder der Holzverkaufsstelle des Landratsamts die aktuellen Aushaltungsmöglichkeiten für die anfallenden Sortimente ab.

Für Fragen stehen Ihnen beim Landratsamt Heidenheim der Fachbereich Wald und Naturschutz unter Tel. 07321 321-1371 sowie die Holzverkaufsstelle unter Tel. 07321 321-2214 gerne zur Verfügung.