Donnerstag, 30. April 2020

Medienzentrum Landkreis Heidenheim produziert Gesichtsvisiere in 3D-Druck

     

Bereits mehr als 150 komplette Gesichtsvisiere (sogenannte „faceshields“) hat das Medienzentrum Landkreis Heidenheim produziert. Mit Hilfe geliehener 3D-Drucker von Schulen aus Heidenheim und Oberkochen werden die Halterungen für die Gesichtsvisiere gedruckt. „Wir starteten eine Anfrage bei allen Schulen im Landkreis Heidenheim, ob sie zur Herstellung dieser Gesichtsvisiere ihre 3D-Drucker bereitstellen“, erläutert Jan v. der Osten, Leiter des Medienzentrums Landkreis Heidenheim, der sich über die Resonanz freute. Denn es meldeten sich daraufhin gleich mehrere Schulen (Gemeinschafts-schule im Brenzpark Heidenheim, Margarete-Steiff-Gymnasium Giengen, Werkgymnasium Heidenheim, Hellenstein-Gymnasium Heidenheim und landkreisübergreifend das Ernst-Abbe-Gymnasium Oberkochen), um ihre 3D-Drucker für dieses Projekt kostenfrei auszuleihen. Vorausgehend wurde zunächst gemeinsam mit dem Personal einer Covid-19-Station des Klinikums Heidenheim ein Schutzvisierprototyp für Klinikpersonal entwickelt. Nach erfolgreicher Testphase bestellte das Klinikum Heidenheim eine größere Anzahl dieser Gesichtsvisiere. „Mit diesem Projekt wollen wir das medizinische Personal im Klinikum Heidenheim und das Gesundheitsamt des Landratsamtes in Sachen Schutzausrüstung unterstützen“, so Jan v. der Osten. Hierfür sind in der Medienwerkstatt des Medienzentrums derzeit zwölf 3D-Drucker zum größten Teil im Dauereinsatz. Parallel wurde der Bedarf beim Gesundheitsamt des Landratsamtes Heidenheim abgefragt. Die dortigen Mitarbeitenden begutachteten den Prototyp und befanden ihn für gut. Daraufhin erhielt das Gesundheitsamt eine Charge an Gesichtsvisieren, mit denen sich das Personal, z. B. bei der Abstrichentnahme, schützen kann. Im Projektverlauf entwickelte sich zwischen dem Medienzentrum Landkreis Heidenheim und der DOCK 33 Heidenheim GmbH eine enge Zusammenarbeit mit regem Informationsaustausch. Zusammen mit Samuel Junginger, einem Schüler des Hellenstein-Gymnasiums, und Sina Heideker, Bundesfreiwillige am Medienzentrum, fertigten Jörg Saur von Dock 33 und Jan v. der Osten bereits mehrere hundert Visiere für die „faceshields“ an.

Je nach Modell bestehen die Gesichtsvisiere aus vier oder fünf Einzelteilen:
- Visierhalterung (wird mit 3D-Drucker produziert)
- Visier (PET-Folie mit einem Lasercutter bzw. Schneideplotter ausgeschnitten)
- Verstellbares Gummiband für den Halt der Visierhalterung am Kopf
- Gummipolster an der Stirnseite
- Kinnteil (wird unten am Visier angebracht, um die runde Form auch am unteren Teil des Visiers zu gewährleisten - wird auch mit 3D-Drucker produziert)

3D-Drucker und fertiges Gesichtsvisier