Donnerstag, 14. Mai 2020

Keine Panik vor Hornissen

Hornissen als sommerliche Untermieter sind nicht bei allen beliebt – dabei sind die Tiere grund-sätzlich friedlich

Sommerzeit ist Hornissenzeit: Schon im April haben die überwinternden Hornissenköniginnen, die die kalte Jahreszeit in einem geschützten Winterquartier verbracht haben, mit dem Nestbau begonnen. Hierbei werden nicht nur Baumhöhlen, sondern aufgrund des Rückgangs ihrer natürlichen Lebensräume auch vermehrt künstliche Quartiere wie Dachböden, Gartenschuppen, Rollladenkästen oder Vogel- bzw. Fledermausnistkästen belegt. Oft führen die Aktivitäten dieser sommerlichen Untermieter jedoch zu Besorgnis und Unwohlsein bei den „eigentlichen“ Anwohnern. Dies ist aber in den allermeisten Fällen unbegründet, wie die untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Heidenheim mitteilt. Hornissen wehren sich nur bei Bedrohung, in Verteidigungsbereitschaft befinden sie sich nur in unmittelbarer Nähe zu ihrem Nest. Bereits wenige Meter von ihrem Nest entfernt nimmt diese Verteidigungsbereitschaft stark ab. In jedem Fall gut zu wissen ist aber, dass die Stiche von Hornissen weniger giftig sind als beispielsweise die von anderen Wespen oder Honigbienen – auch wenn sie auf Grund des größeren Stachels zunächst eventuell schmerzhafter erscheinen können. Jedoch können auch einzelne Stiche von Hornissen bei Allergikern heftige Reaktionen auslösen.
Ein Zusammenleben mit Hornissen, die als natürliche Schädlingsbekämpfer nützlich im Garten sind, ist unter Beachtung bestimmter Verhaltensregeln in der Regel problem- und gefahrlos möglich – zum Beispiel durch die Vermeidung ruckartiger Bewegungen oder Erschütterungen in Nestnähe.
Aufgrund ihres Gefährdungsgrades sind Hornissen nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt und dürfen nicht getötet und ihr Nest nicht beseitigt werden. Eine Umsiedlung ist nur an besonders kritischen Stellen mit einer Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde möglich. Wenn in seltenen Fällen einmal eine Umsiedlung nötig sein sollte, wird diese durch die ehrenamtlichen Hornissenbeauftragten des Landkreises durchgeführt.
Der Aufgabenbereich der Hornissenbeauftragten erstreckt sich von der fachkompetenten und praxisgerechten Bürgerberatung bis hin zu Hornissenschutzmaßnahmen, welche insbesondere entsprechende Beratungen vor Ort sowie im Bedarfsfall auch Umsiedlungen von Hornissen beinhalten können.

Weitere Informationen zur Lebensweise der Hornissen