Donnerstag, 30. Juli 2020

Heidenheimer Brenzregion: Ausflugstipps - auf einsamen Wegen

     

Die Corona-Pandemie hat uns gelehrt, Abstand zu halten. Vor diesem Hintergrund haben viele in den vergangenen Wochen die Natur für sich entdeckt. Outdooraktivitäten, wie Radfahren und Wandern, sind sehr beliebt. Doch nicht immer ist man dabei auch alleine unterwegs. Denn die meisten zieht es an die bekannten und beliebtesten Ziele, wie dem Eselsburger Tal, dem Wental, dem Itzelberger See, dem Härtsfeldsee und anderen. Doch in der Heidenheimer Brenzregion gibt es viel mehr zu entdecken. Das Tourismusteam aus dem Landratsamt hat deshalb Ausflugstipps zusammengestellt, wo man sich auch abseits der vielbesuchten Ziele draußen in der Natur – auf einsamen Wegen – bewegen kann.

Ein Tag im Unteren Brenztal – auf einer Wandertour mit Brenztalblick nicht nur die Baustellenruhe genießen

Flüsse und so auch die Brenz sind besonders bei Radfahrern beliebt. Jedoch gibt es entlang der Brenz auch ruhige Wanderwege zu entdecken. Die Albschäfer-Zeitspur „Brenztalblick“ ist eine von zehn Touren und etwa 15 Kilometer lang. Sie führt von Hermaringen über Bergenweiler, Sontheim und oberhalb der Baustelle an der B 492 zurück nach Hermaringen.

Entspannte Pausen an der renaturierten Brenz, weite Ausblicke ins Brenztal und sogar bis ins Donautal sowie ein Besuch des Brenzer Schlosses sind im Tagesprogramm inbegriffen.

Idealer Startpunkt ist der Bahnhof in Hermaringen. Dort orientiert man sich am Wegweiserstandort mit Infotafel. Der grüne Wegweiser weist den Zuweg zur Rundtour, die an der Brenzbrücke in der Zeppelinstraße startet. Zwischen den Wegweisern folgt man den Markierungszeichen mit gelbem Ring. Die Schillerstraße führt zur Brenzbrücke und gegenüber geht es rechts an der Brenz entlang. Bei der Kläranlage erreicht man einen Wiesenweg und bald danach die Fußgängerbrücke.
An dieser Renaturierungsfläche der Brenz hat das Land Baden-Württemberg und die Gemeinde Hermaringen mit Zugängen und einem Weidezelt einen wunderschönen Platz auch für uns Menschen geschaffen. Eine erste Erfrischung der Beine für die anstehende Wanderung sollte man sich gleich mal gönnen.
Weiter Richtung Brenzturm und Bergenweiler trifft man auf den von der Güssenburg kommenden Albschäferweg. Das nächste Brückchen führt über die Hürbe, die sich unterhalb des Naturschutzgebiets Ravensburg in wilder Landschaft präsentiert. Der vom Land nach Abschluss der Renovierungsmaßnahmen errichtete Brenzturm wartet auf Landschaft- und Naturbeobachter. Man genießt einen weiten Blick, auch auf das wachsende Hermaringer Gewerbegebiet. Am Ende des Spurwegs folgt man einem kurzen Stück der Ortsverbindung Richtung Bergenweiler und dann geht es links am Wiesenrand auf die Hochebene und weiter bis zum Friedhof in Bergenweiler. Der Rundweg „Brenztalblick“ führt direkt in den Ort hinein. Naturliebhabern wird die Umrundung Bergenweilers auf dem Albschäferweg empfohlen. Dort trifft man auf naturnahe Wege, Streuobstgärten, einsame Täler und weite Ausblicke bis ins Donautal mit den unverwechselbaren Kühltürmen des Kernkraftwerks Gundremmingen.
Im Ort darf am Wasserspielplatz am Mühlkanal eine ausgiebige Pause eingelegt werden. Er ist einer der elf Lern- und Erlebnisorte, die zwischen Königsbronn und Faimingen von den Kommunen angelegt wurden (Infos unter www.die-brenz.de).
Nachdem man Bergenweiler durchwandert hat, geht es auf einem Wiesenweg am Waldrand entlang Richtung Sontheim. Auch hier: weite Ausblicke ins Brenz- und Donautal und auf das historische Ensemble mit Schloss Brenz und Galluskirche, die nächste sehenswerte Station auf der Rundwanderung.
Sontheim bietet einige Einkehr- und Versorgungsmöglichkeiten - auch direkt am Weg. Zur Mittagszeit ist der Sonntag am geeignetsten.
Durch den Ort hindurch führt der Weg am Rathaus und Supermarkt vorbei, nach der Tankstelle geht es links in die Wiesenstraße und man erreicht das Schloss vom Hintereingang her. Imposant ist der Ausblick auch von hier oben. Das müssen sich auch die Störche gedacht haben, die auf dem Schlossdach in einigen Nestern eingezogen sind. Sonntags von 13 bis 17 Uhr sind das dort untergebrachte Heimatmuseum, die Geopark-Infostelle und die derzeitige Sonderausstellung „Windenergie im Lebensraum Wald“ geöffnet. Eine Runde über den Kirchplatz der romanischen und in Süddeutschland einzigartigen Galluskirche ist sehr empfehlenswert.
Nun geht es zurück auf einem Stück Weg, der sich nur noch bis Ende 2021 in einer nie so dagewesenen Ruhe präsentiert. Vorbei am Brenzer Friedhof überquert man erstmal das derzeit stillgelegte Teilstück der B 492 und erreicht den Waldrand oberhalb der Baustelle. Hier geht es auf naturbelassenem Weg bis zum alten Steinbruch vor Hermaringen. Die Bänke mit Aussicht ins Wiesental sollte man nutzen und die Stille genießen. Dort unten tummeln sich Störche, Bussarde, Reiher und ab und zu mal Rehe.

Vom Steinbruch aus führt die Albschäfer-Zeitspur „Brenztalblick“ normalerweise über Hermaringen zurück. Doch dank Baustelle kann man beim Steinbruch die Bundesstraße nun gefahrlos queren. Gegenüber geht man auf dem rechts abzweigenden Feldweg Richtung andere Talseite und zuletzt über einen schmalen Pfad zur schon bekannten Fußgängerbrücke. Das Gelände der Firma Hauff lässt man rechts liegen. Nochmal die Füße abkühlen und zurück zum Bahnhof.

Die Lage an der Brenzbahn bietet sich natürlich an, die Tour abzukürzen und die etwa sechseinhalb Kilometer nur bis zum Sontheimer Bahnhof zu wandern.

Familientipp:
Ideal und durch die Brenz-Erlebnisplätze an der Hürbemündung und in Bergenweiler sehr spannend für Familien ist die Strecke zwischen Hermaringen und Bergenweiler (ca. 3 km). Vom Bergenweiler Bahnhof kann man immerhin im Zweistundentakt mit dem Zug zurück. Für Kinderwägen sind der gesamte Wanderweg und auch die Strecke von Hermaringen nach Bergenweiler nicht durchgängig geeignet. Hier folgt man besser der Beschilderung des Brenz-Radwegs.

Nicht vergessen:
Fernglas, Handtuch, Sonnenschutz, ausreichend Getränke und Vesper

Informationen zur Albschäfer-Zeitspur und den Erlebnisstationen an der Brenz gibt es unter www.heidenheimer-brenzregion.