Mittwoch, 23. Oktober 2013

Landkreis verwundert über Reaktion der Handwerkskammer

Verwaltung kann Überraschung bei Schulpolitik nicht nachvollziehen

Die Landkreisverwaltung und die Schulleitung der Technischen Schule in Heidenheim sind über die Äußerung der Handwerkskammer Ulm zur aktuellen Schulpolitik des Landkreises sehr erstaunt. Darin moniert die Handwerkskammer ihre fehlende Beteiligung am Schulentwicklungsprozess der Beruflichen Schulen in Heidenheim. Diese Reaktion können Verwaltung und Schule nicht nachvollziehen.

Bei einem Strategiegespräch über die zukünftige Ausrichtung der Handwerksberufe an der Technischen Schule am 12.06.2012 waren alle fünf Obermeister der Innungen anwesend. Dort wurde die Entwicklung der handwerklichen Berufsfelder mit Zahlen und Grafiken detailliert dargestellt. Die Innungen und die Kreishandwerkerschaft - insbesondere der Vizepräsident der Handwerkskammer Ulm, Kreishandwerksmeister Thomas Rüdiger - wurden damals gebeten, Stellung zu nehmen. Die Sicht des Handwerks zur weiteren Entwicklung der Technischen Schule als dualer Ausbildungspartner war und ist der Landkreisverwaltung von Beginn an wichtig. Eine entsprechende Reaktion der Kammer erfolgte zu diesem Zeitpunkt nicht.

Die Handwerkskammer Ulm wurde nicht nur von der Landkreisverwaltung, sondern auch vom Regierungspräsidium Stuttgart und dem Kultusministerium über die Situation in Heidenheim informiert. Zudem hat Landrat Thomas Reinhardt persönlich bei einer Innungshauptversammlung sowie in Schreiben an den Hauptgeschäftsführer Dr. Tobias Mehlich die Situation ausführlich dargestellt. „Ein erfolgreicher Schulentwicklungsprozess entsteht gerade im Dialogverfahren mit allen Beteiligten. Eine frühzeitige Information und Kommunikation ist eine der grundlegenden Voraussetzungen und das oberste Ziel der Landkreisverwaltung“, betont Landrat Thomas Reinhardt.

Die Landkreisverwaltung orientiert sich mit ihrer vorausschauenden Schulpolitik an den Vorgaben des Landes zur aktuellen „Regionalen Schulentwicklung“. Bei der Unterschreitung der Mindestschülerzahl von 16 Schülern pro Klasse besteht zwingender Handlungsbedarf. Eine der Leitlinien der „Regionalen Schulentwicklung“ ist ein ressourceneffizienter, leistungsfähiger und gleichzeitig in zumutbarer Erreichbarkeit liegender Schulstandort bzw. Bildungsgang. Für das Berufsfeld Installationstechnik mit dem Ausbildungsberuf „Anlagenmechaniker für Sanitär,- Heizung- und Klimatechnik“ wurde von der Innung bei einem Gespräch im April 2013 sogar der Wunsch geäußert, dass diese Schüler zukünftig in Ulm beschult werden. Auch das Regierungspräsidium Tübingen hat diesen Überlegungen bereits zugestimmt, weil der Standort Ulm dadurch in diesen Berufen weiter stabilisiert wird und nicht als unzumutbare Alternative bezeichnet werden kann.
Vor diesem Hintergrund sieht der Landrat dem Gespräch mit der Kammer im Juli mit besonderem Interesse entgegen.