Mittwoch, 23. Oktober 2013

Landkreis und Handwerk wollen zusammen nach einem Weg für die Berufsfachschule suchen

Der Landkreis Heidenheim und das Handwerk der Region wollen gemein-sam am Strang der regionalen Schulpolitik ziehen.

Nach einem Gespräch zwischen der Handwerkskammer Ulm, der Kreishandwerkerschaft Heidenheim und dem Landrat betonten alle Seiten die Herausforderung im Zuge der demografischen Entwicklung. Dies gelte auch für die im Heidenheimer Berufsschulzentrum untergebrachte Berufsfachschule. Hier lernen bisher die angehenden Friseure und die Anlagenmechaniker für  Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. 
 
„Vor sinkenden Schülerzahlen kann weder das Handwerk noch der Schulträger die Augen verschließen“, so Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm. Allerdings bleibe das Handwerk der Auffassung, dass eine Schule in erster Linie den Auftrag einer Grundversorgung an Bildung sicherzustellen hat – unabhängig von strategischen und thematischen Schwerpunkten. Landrat Reinhardt betonte, dass der demografische Wandel einen Zwang zur Anpassung mit sich bringe. „Wir müssen sehen, wo unsere Stärken liegen und diese beispielsweise durch die Einrichtung von Kompetenzzentren weiter ausbauen“, so Reinhardt, der für neue Lösungsansätze offen ist. „Wir sind nicht ergebnisfixiert. Doch wir müssen einen gemeinsamen Weg suchen, der zukunftsfähige Chancen beinhaltet.“
Für das kommende Ausbildungsjahr werde man für die Friseure und die Anlagenmechaniker jetzt den Zeitdruck herausnehmen. „Wir fangen gemeinsam von Vorne an, klären alle Grundfragen und tauschen Konzepte aus“, so der Landrat. In diesen Prozess sollen auch das Regierungspräsidium Stuttgart und das Kultusministerium integriert werden. Thomas Rüdiger, Kreishandwerksmeister in Heidenheim und Vizepräsident der Handwerkskammer Ulm begrüßte ausdrücklich diese Entscheidung des Landrats. 
 
Im Zuge der demografischen Entwicklung gelte es die kommenden Veränderungen gemeinsam zu besprechen, vorzubereiten und weiterzutreiben, so der Konsens. Mehlich: „Wir sind dabei, das Informationsdefizit auf beiden Seiten zu bereinigen und werden bei zwei gemeinsamen Terminen mit allen Beteiligten Transparenz erzeugen und mit Kreativität offen nach Lösungen suchen.“ Reinhardt stimmte überein, dass es wichtig sei, alle Beteiligten mit ins Boot zu holen. „Wir wollen einen zukunfts- und wettbewerbsfähigen Berufsschulstandort. Auf diesem Weg müssen wir gemeinsam gehen und erhoffen uns dabei auch einen Input von Handwerksseite.“

Für diese anstehende gemeinsame Lösungssuche hat die Handwerkskammer neue Aspekte und Themen angekündigt, die bislang im Zusammenhang mit der Beendigung des Schulangebots in Heidenheim noch nicht diskutiert wurden. 

Info
Insgesamt lernen 49 Friseure in drei Jahrgängen und 53 Anlagenmechaniker in vier Jahrgängen an der Technischen Schule Heidenheim. Davon haben 36 Friseure und 42 Anlagenmechaniker einen Ausbildungsvertrag, der Rest befindet sich in der Berufsfachschule (erster Jahrgang mit Vorverträgen für mögliche Ausbildungsverhältnisse). Für das kommende Ausbildungsjahr gibt es im Friseurhandwerk aktuell fünf neu abgeschlossene Ausbildungsverhältnisse und vier im Bereich der Anlagenmechaniker. Über die Sommermonate werden noch weitere Ausbildungsverhältnisse eintreffen, so die Handwerkskammer Ulm.