Montag, 18. November 2013

Heidenheim auf der Überholspur

Landkreis verbessert seine Position im Zukunfts-Ranking: Wirtschaftsstandort mit Perspektiven

Was die wirtschaftlichen Perspektiven angeht, macht der Landkreis Heidenheim auf der Deutschlandkarte durchaus etwas her. Diese Einschätzung deckt sich mit der Standortbestimmung, die im neu erschienenen Zukunftsatlas von Prognos vorgenommen wird.

Mit dieser Studie bewertet das Wirtschafts- und Beratungsunternehmen Prognos AG im Drei-Jahres-Rhythmus die Zukunftsperspektiven von Deutschlands Regionen. Im neuen Ranking nimmt Heidenheim unter allen 402 Städten und Kreisen Rang 83 ein und hat sich damit im Vergleich zum Jahre 2010 um neun Plätze verbessert. In Baden-Württemberg findet sich Heidenheim auf dem 21. Platz. Am besten schneidet Heidenheim in den Kategorien „Stärke“ und „Innovation“ ab. Hier erreicht der Landkreis sogar jeweils den 56. Platz. Diese gute Position führt Tobias Koch, Senior Projektleiter bei der Prognos AG Stuttgart, unter anderem auf die für einen eher ländlichen Raum vergleichsweise hohe Arbeitsplatzdichte zurück. Hinzu kommt ein hoher Anteil von hochqualifizierten Beschäftigten, der sich aus dem Industriestandort ergibt. Und ein besonderes Pr´e hat der Kreis, was Patentanmeldungen angeht. Hier liegt Heidenheim deutschlandweit auf Rang 4. Betrachtet man den Arbeitsmarkt, landet Heidenheim etwas abgeschlagener auf Platz 122, hinsichtlich seiner Dynamik nur noch auf Rang 241. Dies erklärt sich durch die 2012/13 unterdurchschnittlich verlaufene Beschäftigten-Entwicklung und auch durch die bis vor kurzem noch rückläufige Bevölkerungszahl. Dass Heidenheim ungeachtet gewisser demographischer Schwächen seine Gesamtposition zu verbessern vermochte, erklärt sich für Prognos-Projektleiter Koch so: „Der Landkreis performt zwar nicht übermäßig, besticht aber durch eine gute Geburtenrate, durch eine recht gute Kaufkraft, eine niedrige Kriminalitätsrate, eine gute Autobahnanbindung, und auch die kommunale Schuldenlast ist hier nicht das zentrale Thema.“ Unterm Strich bedeutet Rang 83 von 402, unter den führenden 20 Prozent und damit in der Runde jener Landkreise zu sein, denen Zukunftschancen bescheinigt werden. Im Heidenheimer Rathaus verfolgt man diese Entwicklung nicht erst seit gestern mit großer Aufmerksamkeit. „Seit 2004 haben wir uns von Platz 126 auf Platz 83 vorgearbeitet“, resümiert Oberbürgermeister Bernhard Ilg, für den die aktuellen Ergebnisse der renommierten Prognos-Studie ein externes Zeichen dafür sind, dass die gemeinsamen Bemühungen, Stadt und Landkreis zukunftsfähig zu machen, Früchte tragen. Allerdings sieht er noch Spielraum nach oben. So brauche man neue Wege, die verhindern, dass Menschen in Abhängigkeit von Sozialhilfe geraten. Gute Bildungs- und Betreuungschancen seien eine Möglichkeit, doch offensichtlich benötige man noch mehr Unterstützung und Beratungsdienstleistungen: „Wenn dies gelingt, wird sich auch der Arbeitsmarkt sowie die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit verbessern.“

Bestätigung und Ansporn zugleich liest auch Landrat Thomas Reinhardt aus dem Prognos-Ergebnis heraus. Es zeige, dass man auf dem richtigen Kurs sei und dass Innovation hier großgeschrieben werde. Dahinter stehe eine hohe Zahl von innovativen Konzernen und ein überdurchschnittlich hoher Anteil an hochqualifizierten Beschäftigten. Darüber hinaus sieht Reinhardt das Resultat auch als Hilfestellung. So wolle man die 29 der Studie zugrunde liegenden Indikatoren sehr differenziert betrachten und überlegen, welche Stellschrauben der öffentlichen Hand zur Verfügung stehen, um noch besser zu werden: „Gemeinsam mit der Wirtschaft und allen gesellschaftlichen Akteuren wollen und müssen wir die Zukunftschancen des Landkreises ausbauen.“

Quelle: Heidenheimer Zeitung, 15.11.2013 (Autor: Erwin Bachmann)