Geschäftsstelle Europäischer Sozialfonds

Europäischer Sozialfonds
Wer kann gefördert werden?
Allgemeine Informationen
Aufgaben des regionalen Arbeitskreises
Mitglieder des ESF- Arbeitskreises
Aktuell laufende Projekte
Homepage ESF


Europäischer Sozialfonds (ESF)

Der ESF ist das zentrale beschäftigungs- und arbeitsmarktpolitische Förderinstrument der Europäischen Union und richtet sich in seiner Förderung an der EU-Strategie »Europa 2020« aus. Für die Förderperiode 2014 bis 2020 stehen dem Land Baden-Württemberg rund 260 Mio. Euro für ESF-Interventionen zur Verfügung. Für die Regionalisierung sind ca. 92 Mio. Euro vorgesehen. Davon erhält der Landkreis Heidenheim pro Förderjahr 190.000 Euro. Die regionale Umsetzung des ESF in den Stadt- und Landkreisen erfolgt über die ESF Arbeits-kreise. Diese legen die ESF-Strategie fest und bewerten die eingereichten Projektanträge u.a. in Bezug auf deren Übereinstimmung mit der ESF-Strategie und erstellen ein Ranking, das an die L-Bank weitergeleitet wird.

Für die Zuwendungen gelten das Recht der Europäischen Union, insbesondere die Verordnungen (EU) Nr. 1303/2013und Nr. 1304/2013, das gemäß Art. 6 Verordnung (EU) Nr. 1303/2013 anwendbare nationale Recht, insbesondere die §§ 35 ff. Landesverwaltungsverfahrensgesetz (LVwVfG) und die §§ 23, 44 Landeshaushaltsordnung (LHO) sowie die nationalen Förderfähigkeitsregelungen im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Verordnung (EU) Nr. 1303/2013 gemäß dem Zuwendungsbescheid nebst Kosten- und Finanzierungsplan und seinen Nebenbestimmungen (N-Best-P-ESF-BW). Diese sind im Internet abrufbar unter www.esf-bw.de.

Wer kann gefördert werden?

Antragsberechtigt sind juristische Personen des öffentlichen oder privaten Rechts sowie (teil)rechtsfähige Personengesellschaften. Ausgeschlossen von einer Antragstellung sind: Behörden des Bundes und der Länder, Unternehmen, über deren Vermögen ein Insolvenzverfahren beantragt oder eröffnet worden ist, Natürliche Personen und nicht rechtsfähige Personenvereinigungen. Die Vergabe richtet sich nach Kriterien, die in den ESF-Richtlinien und den ESF-Förderprogrammen des Bundes und der Länder festgelegt sind.
Die Projekte müssen der ESF-Strategie, welche durch den Arbeitskreis beschlossen wird, und allgemeinen Bestimmungen entsprechen. Nachzulesen sind die allgemeinen Bestimmungen auf der Homepage www.esf-bw.de, die ESF-Strategie und den Förderaufruf finden Sie auf dieser Seite unter „Publikationen“.

Allgemeine Informationen

Die Projektförderung wird in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses als Anteilsfinanzierung gewährt. Der Fördersatz soll mindestens 35%, höchstens 50 % betragen. Die Kofinanzierung muss mit den Antragsunterlagen nachgewiesen werden. Die förderfähigen Gesamtkosten betragen bei Bewilligung in der Regel mindestens 30.000 Euro. Die planmäßige Zahl der Teilnehmenden liegt bei mindestens 10 Personen je Vorhaben.

In der regionalen ESF-Förderung wurde ab 30.09.2015 (gilt ab der Antragsrunde Herbst 2015) verbindlich eine Pauschale eingeführt. Der Pauschalsatz bezieht sich auf die Kostenposition 1.1 »Direkte Personalkosten« und beträgt insgesamt 1,8 Prozent für die Kostenpositionen 3.2 (Abschreibungen), 3.3 (Miete/Leasing für Ausstattung) und 3.6 (Porto und Telekommunikationsgebühren). Ein Hinweisblatt zur Pauschalierung bei der regionalen Förderung ist eingestellt unter http://www.esf-bw.de. Damit entfällt für Projekte, die ab 30.09.2015 beantragt werden können, die Schwelle der aktiven öffentlichen Finanzierung von über 50.000 Euro. Fördermittel, die im geplanten Kalenderjahr nicht verbraucht werden, können im jeweiligen Kalenderjahr neu ausgeschrieben werden. Ungeachtet dessen können zunächst bis zum Jahr 2018 nicht ausgeschöpfte Mittel eines Kalenderjahres auf das folgende Kalenderjahr übertragen werden (d.h.: Eine letztmalige Übertragung wäre dann für nichtausgeschöpfte Mittel aus 2018 in das Jahr 2019 möglich).

Projektförderanträge können immer bis zum 30.09. eines Jahres (Ausschlussfrist) eingereicht werden. Dies ist ausschließlich mit dem webbasierten ELAN Antragsverfahren möglich. Zugang zu ELAN und weitere Informationen hierzu sowie dem ESF und der neuen Förderperiode, insbesondere die Auswahlkriterien für Projekte, sind unter www.esf-bw.de zu finden. Es wird darum gebeten eine Mehrfertigung des Förderantrages bei der Geschäftsstelle ESF Landkreis Heidenheim einzureichen.

Von allen Teilnehmern sind umfangreiche personenbezogene Stammdaten zu erfassen und weiterzuleiten. Hierfür finden Sie den Teilnahmefragebogen FB Arbeit und Soziales, die Erläuterungen zum Teilnehmerfragebogen, die Kontaktdaten-Tabelle (diese muss für Evaluationszwecke elektronisch vorgehalten werden), die Upload-Tabelle (die über ifa3/ZuMa) an die L-Bank übermittelt werden muss. Alle Formulare und Unterlagen können abgerufen werden unter http://www.esf-bw.de/esf/foerderung-beantragen-undumsetzen/ regionale-foerderung-foerderbereich-arbeit-soziales/

Teilnehmende müssen über die Notwendigkeit, die Rechtmäßigkeit und den Umfang der Datenerhebung informiert werden und in diese einwilligen.

Die Zuwendungsempfänger informieren die Projektbeteiligten in geeigneter Form über die Finanzierung aus dem Europäischen Sozialfonds (Publizitätspflicht). Sie weisen bei allen Veröffentlichungen, Veranstaltungen, Teilnahmebestätigungen und Bescheinigungen im Zusammenhang mit dem Projekt darauf hin, dass das Projekt aus Mitteln der Europäischen Union bezuschusst wird. Die Erfüllung der Publizitätspflicht ist in geeigneter Weise zu dokumentieren (bspw. Belegexemplare, Fotodokumentation o.ä.). Einzelheiten werden im Zuwendungsbescheid festgelegt.

Die bereichsübergreifenden Grundsätze »Gleichstellung von Frauen und Männern«, »Chancengleichheit und Nichtdiskriminierung«, »Nachhaltigkeit im Sinne des Schutzes der Umwelt und der Verbesserung ihrer Qualität« sowie gegebenenfalls »Transnationale Kooperationen« sind im Antrag angemessen zu berücksichtigen.
Gleichstellung von Frauen und Männern
Die »Gleichstellung von Frauen und Männern« zielt darauf ab, für Frauen und Männer einen gleichen Zugang zu Leistungen der Arbeitsmarktpolitik und ins Erwerbsleben zu gewährleisten. Das Förderprogramm will hierzu einen spezifischen Beitrag leisten. Die Maßnahmen sind an den geschlechtsspezifischen Lebenslagen der Zielgruppen auszurichten und sollen einen Beitrag zur Überwindung von Geschlechterstereotypen leisten. Damit soll dem Gleichstellungziel des ESF in Baden-Württemberg, wirtschaftliche Unabhängigkeit für Frauen und Männer zu erreichen, entsprochen werden.
Chancengleichheit und Nichtdiskriminierung
In den Maßnahmen ist grundsätzlich zu berücksichtigen, dass Personen unabhängig ihrer Herkunft und Nationalität, ihrer Hautfarbe oder Religion, einer Behinderung oder anderer möglicherweise benachteiligender Merkmale die gleichen Chancen zur Teilnahme an der Förderung haben. Insbesondere sind Menschen mit Migrationshintergrund bei der Teilnehmerauswahl zu berücksichtigen.
Nachhaltigkeit
Maßnahmen, die zum Ziel der Nachhaltigkeit im Sinne des Schutzes der Umwelt und der Verbesserung ihrer Qualität und insbesondere zu den Klimaschutzzielen beitragen, sind ausdrücklich erwünscht. Im Kontext des Projektaufrufs sind alle Aktivitäten zu begrüßen, die darauf abzielen, Berufe mit umweltschutzbezogenen Inhalten oder Unternehmen zu beteiligen, die sich im Umwelt- oder Klimaschutz engagieren. Des Weiteren empfehlen wir den Projektträgern, den Deutschen Nachhaltigkeitskodex anzuwenden und sich an den Empfehlungen zum Green Public Procurement zu orientieren.
Transnationale Kooperation
Transnationale Komponenten wie Projektpartnerschaften, Erfahrungsaustausche oder andere gemeinsame Aktivitäten mit einem oder mehreren anderen europäischen Ländern werden begrüßt und sind ggf. im Antrag gesondert darzustellen.

Aufgaben des regionalen Arbeitskreises

Entscheidungen:
Der regionale ESF-Arbeitskreis entscheidet unter dem Vorsitz des Sozialdezernenten Matthias Schauz über:

  • die Schwerpunktsetzung innerhalb einer regionalen Arbeitsmarktstrategie
  • die Projekte, die ein positives Votum für das weitere Antragsverfahren erhalten

Aufgaben:

  • Erstellung und Veröffentlichung der regionalen Arbeitsmarktstrategie für den Landkreis Heidenheim
  • Inhaltliche Bewertung regionaler Projektanträge (Übereinstimmung der Strategie des Arbeitskreises und Erstellung einer Vorschlagsliste)
  • Weiterleitung der Vorschlagsliste an die Landeskreditbank Baden-Württemberg
  • Ergebnissicherung und inhaltliche Prüfung der Verwendungsnachweise
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Netzwerkarbeit

Mitglieder des ESF- Arbeitskreises

Folgende Personen bzw. Personen folgender Institutionen sind im ESF-Arbeitskreis vertreten:

  • Landkreis
  • Agentur für Arbeit
  • Job Center
  • Arbeitnehmervertretung bzw. Gewerkschaft
  • Arbeitgebervertretung
  • Industrie- und Handelskammer
  • Handwerkskammer
  • Gleichstellungsbeauftragte
  • Freie Wohlfahrtspflege
  • Schulen
  • Weiterbildungsträger
  • Außerschulische Jugendbildung

Aktuell laufende Projekte

STARTKLAR – unterstützt
Das Projekt „STARTKLAR – unterstützt“ fördert benachteiligte Schüler/innen, die einen erhöhten individuellen Förderbedarf haben und dadurch vom Schulabbruch oder Schulversagen bedroht sind. Spätestens ab der 8. Klasse werden diese in den 10 Haupt-, Werkreal-und Gemeinschaftsschulen im Landkreis Heidenheim aufgefangen. Ohne Förderung gelangen sie nicht in die Regelsysteme. Ziel ist es, oft auch sozial- und lernschwachen Schüler/innen Perspektiven zu bieten, um die Motivation zum Erreichen des Schulabschlusses und damit der Verbesserung der Ausbildungsfähigkeit und den Zugang zu Regelsystemen zur Ausbildungsfähigkeit und Berufsfähigkeit zu ermöglichen. Die Schüler/innen werden durch qualifiziertes Personal der Bildungsträger AWO, EVA und Kombrecht-Engel-Schule Heidenheim während der Schulzeit gefördert und individuell betreut.

Back Up 2.0
Im Rahmen des Projekts Back Up 2.0 erhalten Umschüler in Teilzeit oder Vollzeit sowie Auszubildende Ü25, die gerade zu Beginn der Umschulung oder Ausbildung nicht adäquat mit den veränderten Anforderungen und Belastungen zurechtkommen, sozialpädagogische Unterstützung. Wenn Probleme oder Hindernisse auftreten, der Berufsabschluss gefährdet ist, es im Betrieb, in der Berufsschule oder Zuhause nicht „rund“ läuft, werden sie von Fachpersonal der eva Heidenheim gGmbH in ihren aktuellen Problemlagen begleitet und unterstützt. In Einzelgesprächen können aktuell belastende Situationen und mögliche Barrieren analysiert und hilfreiche, zielführende Lösungsstrategien gemeinsam erarbeitet werden. Aufgrund der aktuellen Entwicklung richten wir den Focus u.a. auf die Schwerpunkte Digitalisierung und Umgang mit den systemischen Veränderungen im Familiensystem.

Wenn erforderlich, vermitteln wir auch zwischen Umschüler/Auszubildenden und Umschulungs-/ Ausbildungsbetrieb oder den Berufsschulen und suchen gemeinsam mit allen Beteiligten nach Lösungsmöglichkeiten für die aktuelle Problemlage.

QualiA – Qualifizierungs-und Weiterbildungsmöglichkeiten für Beschäftigte des §16i SGB II“

Ab Januar 2021 startet das Projekt: „QualiA – Qualifizierungs-und Weiterbildungsmöglichkeiten für Beschäftigte des §16i SGB II. Das Projekt hat eine Laufzeit von einem Jahr. Zu unserer Zielgruppe gehören ehemals Langzeitarbeitslose, die seit 2019 bei verschiedenen Arbeitgebern im Landkreis Heidenheim auf Grundlage des §16i SGB II sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind. „Quali A“ soll insgesamt 15 Personen erreichen. Das Kernziel des Projektes ist, durch den Einsatz verschiedener Kompetenzverfahren, Aussagen zur individuellen Planung von Weiterqualifizierungs-bzw. Teilqualifizierungsmodulen zu machen, um eine nachhaltige, unbefristete Beschäftigung auf dem Arbeitsmarkt für den Personenkreis zu erhöhen.

Dabei sind folgende Ziele wichtig:

  • Feststellung vorhandener Fähigkeiten und Kompetenzen mit unterschiedlichen Verfahren (informell/formal/persönlich)
  • Individuelle Qualifizierungsplanung: Weiterbildung/Teilqualifizierung/Anpassungsqualifizierung
  • Verbesserung der Chancen zur Einmündung in eine nachhaltige, unbefristete Beschäftigung

Kooperationspartner des Projektes sind das Jobcenter Heidenheim, Arbeitgeber und Bildungsträger des Landkreises Heidenheim.

Potentiale entdecken, Perspektiven entwickeln „Pepe 50+“- Projekt der Caritas Ost-Württemberg
Ab Januar 2020 startet die Caritas Ost-Württemberg ein Projekt für langzeitarbeitslose, ältere Menschen über 50 Jahre, die sich im SGB II-Leistungsbezug befinden. Mit diesem Projekt sollen diesen Menschen neue Chancen zur Verbesserung der eigenen Lebenssituation und zur beruflichen Integration ermöglicht werden.

Zur Zielgruppe gehören:

  • erwerbsfähige Frauen und Männer, hoher Anteil mit Migrationshintergrund
  • (Allein-) Erziehende Frauen und Männer, die wegen der Erziehung aufsichtsbedürftiger Kinder oder wegen der Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger mehrere Jahre nicht gearbeitet haben (Berufsrückkehrer bzw. Wiedereinsteiger)
  • Beschäftigte in atypischen oder geringfügigen Arbeitsverhältnissen, die in der Regel aufstockende SGB II Leistungen erhalten
  • Frauen und Männer mit Fluchterfahrung (mit Duldung/Aufenthaltsgestattung)

Eine individuelle Begleitung und Beratung der Projektteilnehmenden soll Hand in Hand mit einer Heranführung an den Arbeitsmarkt gehen. Die Teilnehmenden werden sowohl bei der Suche nach einem niederschwelligem Einstieg, beispielsweise einem Praktikum bei einem Arbeitgeber, als auch bei der Erstellung aussagekräftiger Bewerbungsunterlagen unterstützt. Bei den Arbeitgebern sollen neue Impulse bei der Mitarbeitersuche vermittelt, Vorurteile abgebaut sowie zielgruppenspezifische Fördermöglichkeiten angesprochen werden. Auch nach der Beschäftigungsaufnahme bietet die Caritas Unterstützung für die Teilnehmenden an, um das Beschäftigungsverhältnis zu stabilisieren und nachhaltig fortzuführen. Die Teilnehmenden erhalten somit die Chance, ihre individuellen Potentiale zu entdecken und Perspektiven zu entwickeln.

ESF Baden-Württemberg
Landeskreditbank