Gemeinsamer Antrag

Der Gemeinsame Antrag (GA) ist der Überbegriff und das zentrale Medium, um die verschiedenen Förder- und Ausgleichsmaßnahmen in der Landwirtschaft zu beantragen.
Innerhalb des Gemeinsamen Antrags werden die unterschiedlichen Einzelmaßnahmen

Antragakten Gemeinsamer Antrag

Im Folgenden erhalten Sie weiterführende Informationen zu den wichtigsten Förderprogrammen.


Direktzahlungen

Zur Unterstützung der Landwirtschaft werden von der EU Direktzahlungen im Rahmen der einheitlichen Betriebsprämie gewährt.
Basis sind die im Jahr 2015 neu beantragten beziehungsweise zugewiesenen oder in den Folgejahren zugekauften oder gepachteten Zahlungsansprüche. Die bis 2014 genutzten Zahlungsansprüche haben am 31.12.2014 ihre Gültigkeit verloren.
Erst die Aktivierung dieser Zahlungsansprüche mit entsprechenden landwirtschaftlichen Flächen führt zur Auszahlung der Betriebsprämie.
Seit der Neukonzipierung der Gemeinsamen Agrarpolitik für den Förderzeitraum 2014 bis 2020 besteht die Betriebsprämie aus einer Basisprämie und einer Greeningprämie.

Weiterführende Informationen zu Direktzahlungen finden Sie im Förderwegweiser (Infodienst der Landwirtschaftsverwaltung).

Großer Ackerschlag mit Triticale (Futtergetreide) kurz vor der Ernte


Zahlungsansprüche (ZA)

Im Rahmen der EU-Direktzahlungen (Direktzahlungen) wurden den landwirtschaftlichen Betrieben im Jahr 2015 sogenannte Zahlungsansprüche zugeteilt.

Für jedes bewirtschaftete Hektar Ackerland und Grünland wurde ein Zahlungsanspruch vergeben.
Im Rahmen ihrer jährlichen Antragstellung über den Gemeinsamen Antrag können landwirtschaftliche Betriebe diese Zahlungsansprüche im Rahmen der Direktzahlungen mit ihren Flächen aktivieren.

Weiterführende Informationen zu Zahlungsansprüchen und Direktzahlungen finden Sie im Förderwegweiser (Infodienst der Landwirtschaftsverwaltung).


FAKT

Im Rahmen des Agrarumweltprogramms FAKT (Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl) werden freiwillige Umweltleistungen der Landwirtschaft honoriert.

Im jährlichen Gemeinsamen Antrag können für den jeweiligen landwirtschaftlichen Betrieb Maßnahmen ausgewählt werden, die fast ausschließlich über fünf Jahre durchzuführen sind und dann ggf. bis zum Ende der Förderperiode verlängert werden können.

FAKT fördert - nach dem Baukastensystem kombinierbar - folgende Maßnahmen:
A - Umweltbewusstes Betriebsmanagement
B - Erhalt und Pflege der Kulturlandschaft und besonders geschützter Lebensräume
C - Sicherung landschaftspflegender, besonders gefährdeter Nutzungen und Tierrassen
D - Ökologischer Landbau / Verzicht auf chemisch-synthetische Produktionsmittel im Betrieb
E - Umweltschonende Pflanzenerzeugung und Anwendung biologischer / biotechnischer Maßnahmen
F - Freiwillige Maßnahmen zum Gewässer- und Erosionsschutz
G - Besonders tiergerechte Haltungsverfahren

Jede Maßnahme ist mit einer bestimmten Prämie, in der Regel je Hektar oder Tier, bewertet, die Prämienauszahlung erfolgt jährlich.

Weiterführende Informationen zum Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl finden Sie im Förderwegweiser (Infodienst der Landwirtschaftsverwaltung).

Gerstenfeld in der Teigreife


SchALVO

Die SchALVO, die Schutzgebiets- und Ausgleichsverordnung in der Fassung vom 20. Februar 2001, ist eine Verordnung des damaligen Ministeriums für Umwelt und Verkehr über Schutzbestimmungen und die Gewährung von Ausgleichsleistungen in Wasser- und Quellschutzgebieten.

Die Ausgleichsleistungen sind über den Gemeinsamen Antrag zu beantragen.

Weiterführende Informationen zur SchALVO finden Sie im Förderwegweiser (Infodienst der Landwirtschaftsverwaltung).

Schild Wasseschutzgebiet


Ausgleichszulage Landwirtschaft

Gefördert werden land- und forstwirtschaftliche Unternehmer, die ihren Unternehmenssitz in Baden-Württemberg haben.
Basis sind die kartierten Gebiete mit naturbedingten Nachteilen. In diesen werden - je nach Betriebstyp (Futterbau-, Gemischt – oder Marktfruchtbetrieb) und der Höhe der Ertragsmesszahl (EMZ) - unterschiedliche Förderbeträge für Erschwernisse in der Bewirtschaftung bezahlt.

Weiterführende Informationen zur Ausgleichszulage finden sie im Förderwegweiser (Infodienst der Landwirtschaftsverwaltung).

Nach der Ausgleichszulage Landwirtschaft beihilfefähige fläche im Landkreis Heidenheim


Landschaftspflegerichtlinie

Auf naturschutzfachlich wertvollen Flächen können 5-jährige Bewirtschaftungsverträge nach Teil A der Landschaftspflegerichtlinie abgeschlossen werden. Der Landschaftserhaltungsverband berät hierzu die Bewirtschafter und bereitet Verträge vor, die mit der Unteren Naturschutzbehörde abgeschlossen werden. Die Auszahlung dieser Verträge erfolgt jährlich über den Gemeinsamen Antrag. Der Fachbereich Landwirtschaft übernimmt dabei lediglich die verwaltungstechnische Abwicklung.
Bei Fragen zur Landschaftspflege bzw. Interesse an Bewirtschaftungsverträgen nehmen Sie bitte mit dem Landschaftserhaltungsverband Kontakt auf.

GlockenblumenWiesenstorchenschnabel


Umweltzulage Wald und Einkommensverlustprämie

Die Umweltzulage Wald (UZW) umfasst einen Ausgleich für Nutzungsbeschränkungen in FFH-Waldlebensraumtypen in NATURA 2000-Gebieten.

Weiterführende Informationen zur Umweltzulage Wald (UZW) finden Sie im Förderwegweiser (Infodienst der Landwirtschaftsverwaltung).

Die Einkommensverlustprämie (EVP) umfasst einen Ausgleich für aufgeforstete landwirtschaftlich genutzte Flächen. Ein Erstantrag konnte letztmalig in 2013 gestellt werden.

Weiterführende Informationen zur Einkommensverlustprämie finden Sie im Förderwegweiser (Infodienst der Landwirtschaftsverwaltung).

Steillagenförderung Dauergrünland (SLG)

In Baden-Württemberg wird seit 2015 die Bewirtschaftung von steilem Grünland als De-minimis Behilfe gewährt.
Die maximale Zuwendung ist durch die De-minimis Bestimmungen beschränkt.

Weiterführende Informationen zur Steillagenförderung Dauergrünland finden Sie im Förderwegweiser (Infodienst der Landwirtschaftsverwaltung).