Afrikanische Schweinepest (ASP)

Informationen zur Afrikanischen Schweinepest erhalten Sie beim Fachbereich Veterinärwesen.


Aktuelles zur ASP

Zur Prävention und Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest wurde vom MLR ein umfassender Maßnahmenkatalog erarbeitet, dessen Durchführung der Ministerrat beschlossen hat. In diesem Zuge wurde die Durchführungsverordnung zum Jagd- und Wildtiermanagementgesetz geändert. Die Änderungen zielen dabei auf eine Unterstützung der Prävention und gegebenenfalls der Bekämpfung der ASP ab. Im Einzelnen wurde die Schonzeitregelung für Schwarzwild für das laufende Jahr aufgehoben. Weitere Änderungen betreffen die ebenfalls befristete Erhöhung der Anzahl der zulässigen Schwarzwildkirrungen in den Jagdrevieren sowie die jagdrechtlichen Vorgaben zur Verwendung von Nachtsichtvorsätzen und Nachtsichtaufsätzen für Zielhilfsmittel.

Hintergründe
Das Afrikanische Schweinepest(ASP)-Geschehen bei Haus- und Wildschweinen in den baltischen Staaten, Polen, der Tschechischen Republik sowie in Rumänien breitet sich weiter aus. Durch menschliches Fehlverhalten kann die Tierseuche jederzeit auch über weite Distanzen nach Deutschland eingeschleppt werden, wie der Verlauf in der Tschechischen Republik annehmen lässt. Ein Ausbruch der ASP in der Wild- und insbesondere Hausschweinpopulation hätte erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen zur Folge. Der Nachweis der ASP in der heimischen Haus- oder Wildschweinpopulation würde zu dramatischen Umsatzeinbußen beim Handel mit Schweinen, Schweinefleischprodukten und sonstigen Produkten von Schweinen aus der betroffenen Region führen.

Bei einem Seuchenausbruch würden sowohl durch die EU-Kommission als auch durch Drittländer Verbringungsbeschränkungen sowie Importstopps mit sofortiger Wirkung verhängt werden. Aufgrund des Seuchenverlaufs bei Schwarzwild und dem damit verbundenen hohen Infektionsdruck für Hausschweine ist damit zu rechnen, dass diese Handelsbeschränkungen über mehrere Jahre gelten würden. Dies ist darauf zurückzuführen, dass eine Tilgung der Seuche, wenn diese in der Wildschweinpopulation bereits stark verbreitet ist, auch bei Durchführung massiver Bekämpfungsmaßnahmen äußerst schwierig wäre und sich über Jahre hinziehen würde.

Zusätzlich zu den seuchenrechtlichen Restriktionen wird ein Rückgang des Schweinefleischverkaufs und ein Absinken der Verkaufserlöse wegen der zu erwartenden Kaufzurückhaltung der Verbraucher bei einem ASP-Ausbruch erwartet. Daneben wäre die Jagdausübung sehr stark beeinträchtigt.

Vor diesem Hintergrund müssen alle Anstrengungen unternommen werden, um die Einschleppung dieser Tierseuche nach Deutschland zu verhindern, beziehungsweise einen Ausbruch schnellstmöglich einzudämmen. Dabei kommt der Intensivierung der Schwarzwildbejagung zur Reduzierung der Gefahrenlage eine wichtige Schlüsselrolle zu.

Nach Einschätzung des Friedrich-Löffler-Instituts ist jedoch eine risikominimierende Reduzierung der Schwarzwildbestände um mindestens 70 Prozent Voraussetzung dafür, eine Absenkung des Infektionsrisikos und der Erregerverbreitung durch Tierkontakte präventiv zu erreichen. So könnte man wahrscheinlicher eine Tilgung der Seuche überhaupt mit Aussicht auf Erfolg erreichen.

Die Änderungsverordnung schafft dabei die Voraussetzungen, durch die Aufhebung der allgemeinen Schonzeit für Schwarzwild, auch in den Monaten März und April weiterhin eine intensive Bejagung durchführen zu können.

Durch die zeitlich befristete Erhöhung, der pro Jagdbezirk für Schwarzwild mindestens zulässigen Kirrungen von zwei auf fünf, soll die Möglichkeit eröffnet werden, den Jagderfolg bei der Ansitzjagd zu steigern.

Schwarzwild ist in der Kulturlandschaft überwiegend nachtaktiv und daher schwierig zu bejagen. Durch die nun vorliegende Verordnungsänderung wird weiterhin das sachliche Verbot in Bezug auf die Verwendung künstlicher Lichtquellen sowie auf Nachtsichtvorsätze und Nachtsichtaufsätze für Zielhilfsmittel (z.B. Zielfernrohre), die einen Bildwandler oder eine elektronische Verstärkung besitzen und für Schusswaffen bestimmt sind, beim Fang oder Erlegen von Schwarzwild befristet ausgenommen. Neben den jagdrechtlichen Verboten sind jedoch auch die bestehenden Vorgaben des Waffenrechts zu den genannten Nachtzielvorsätzen und Nachtzielaufsätzen weiterhin relevant. Diesbezüglich kann bei Vorliegen der Voraussetzungen im Einzelfall eine Beauftragung im Sinne des § 40 Absatz 2 des Waffengesetzes (WaffG) durch die unteren Jagdbehörden ausgesprochen werden.

Das MLR geht dabei davon aus, dass durch eine behördliche Beauftragung das waffenrechtliche Verbot, mit den genannten Gegenständen umzugehen, nicht mehr anzuwenden ist. Die Beauftragung ist dabei ausschließlich zeitlich befristet und für besondere Einzelfälle möglich und richtet sich zudem nach den örtlichen Gegebenheiten. Zuständig ist die untere Jagdbehörde, ein Anspruch auf Erteilung besteht nicht. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass mit der Änderung der DVO keine allgemeine Freigabe der Verwendung bzw. des Umgangs mit Nachtzieltechnik verbunden ist. Für die dauerhafte jagdliche Anwendung von Nachtsichtvorsätzen und -aufsätzen wäre mittelfristig eine Änderung des Waffengesetzes des Bundes erforderlich.

Weitere Informationen sind auf der Homepage des MLR abrufbar:
https://mlr.baden-wuerttemberg.de/de/startseite/

Informationen der Jagdausübungsberechtigten zur Afrikanischen Schweinepest (ASP)

Verwendung künstlicher Lichtquellen bei der Schwarzwildjagd (Afrikanische Schweinepest)


Ersuchen zur behördlichen Beauftragung zur Verwendung von Nachtsichttechnik

Rahmenbedingungen und Hinweise zur behördlichen Beauftragung hinsichtlich der Bejagung von Schwarzwild mittels „Dual- Use“-Nachtsichtgeräten in Verbindung mit dem Zielhilfsmittel einer Jagdlangwaffe (z. B. Zielfernrohr)