Namensänderung

Das deutsche Namensrecht wird nicht vom Grundsatz der Namensfreiheit beherrscht. Weder Vor- noch Familiennamen stehen zur freien Disposition. In den Vorschriften des bürgerlichen Rechts - Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) - ist das Namensrecht umfassend und im Grundsatz auch abschließend geregelt.

Ein Vor- oder Familienname darf nur dann geändert werden, wenn ein „wichtiger Grund“ im Sinne des Namensänderungsgesetzes (§ 3 NamÄndG) die Änderung rechtfertigt. Ein solcher wichtiger Grund ist nach der Rechtssprechung gegeben, wenn das schutzwürdige Interesse des Antragstellers so wesentlich ist, dass die Belange der Allgemeinheit, die in der Regel die Beibehaltung des bisherigen Namens fordern, zurücktreten müssen.


Familiennamensänderung

Vornamensänderung
Antrag
Gebühren


Familiennamensänderung

Anhaltspunkte für die Feststellung eines wichtigen Grundes können beispielsweise sein:

  • Sammelnamen (Familiennamen mit Verwechslungsgefahr), z. B. Maier, Müller, Schmidt
  • Familiennamen, die anstößig oder lächerlich klingen
  • Schwierigkeiten in Schreibweise und Aussprache
  • Schwierigkeiten durch abweichende Schreibweisen von Familiennamen mit „ss“ und „ß“ oder von Familiennamen mit Umlauten wie „ae“, „oe“ usw.
  • Familiennamen von minderjährigen Kindern aus geschiedenen Ehen, wenn die Namensänderung für das Wohl des Kindes erforderlich ist

Vornamensänderung

Änderungen in der Vornamensführung sind ebenfalls nur möglich, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Folgende Änderungen sind denkbar:

  • Ersetzen eines Vornamens durch einen anderen Vornamen
  • Streichen oder Hinzufügen eines Vornamens
  • Verdeutschung ausländischer Namensformen
  • Änderung der Schreibweise


Keine Änderung im Sinne des Namensänderungsgesetzes ist die Änderung des Rufnamens, den es im rechtlichen Sinne nicht gibt. Unter mehreren beigelegten Vornamen steht es dem Namensträger frei, welchen er als Rufnamen gebrauchen will.


Antrag

Die Änderung des Vor- oder Familiennamens ist nur auf Antrag möglich. Ein Antrag auf Namensänderung (Vor- und Familiennamen) kann bei der Namensänderungsbehörde im Landratsamt Heidenheim gestellt werden, wenn Sie in den Gemeinden des Landkreises Heidenheim (außer Heidenheim und Giengen) wohnen und deutsche Staatsangehörige sind.
Die Großen Kreisstädte Heidenheim und Giengen haben eine eigene Zuständigkeit.

Ein Antragsformular ist bei der Namensänderungsbehörde des Landratsamtes Heidenheim oder beim Standesamt Ihres Wohnortes erhältlich.


Notwendige Unterlagen

  • Antrag
  • Nachweis über die deutsche Staatsangehörigkeit (Personalausweis oder Reisepass)
  • Personenstandsurkunden zum Nachweis der derzeitigen Namensführung (Abschrift des Familienbuches)
  • Nachweise über die Beeinträchtigungen durch die derzeitige Namensführung
  • Meldebescheinigung
  • gegebenenfalls Sorgerechtsbeschluss
  • Führungszeugnis (für Personen ab dem 14. Lebensjahr)

Gebühren

Die Gebühr für eine öffentlich-rechtliche Namensänderung errechnet sich aus dem mit der Amtshandlung verbundenen Verwaltungsaufwand und der Bedeutung, dem wirtschaftlichen Wert oder dem sonstigen Nutzen der Amtshandlung für den Antragsteller und dessen wirtschaftliche Verhältnisse.

  • Änderung eines Familiennamens 2,50 bis 1.022,00 Euro
  • Änderung eines Vornamens 2,50 bis 255,00 Euro


Wird ein Antrag zurückgezogen oder abgelehnt, wird 1/10 bis 1/2 der Namensänderungsgebühr erhoben.

Für weitergehende Informationen stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen der Namensänderungsbehörde gerne zur Verfügung.