Sprengstoffrecht

Erlaubnis nach § 7 Sprengstoffgesetz
Erlaubnis nach § 27 Sprengstoffgesetz
Befähigungsschein nach § 20 Sprengstoffgesetz


Erlaubnis nach § 7 Sprengstoffgesetz

Wer gewerbsmäßig und selbstständig im Rahmen einer wirtschaftlichen Unternehmung oder eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebes oder bei der Beschäftigung von Arbeitnehmern mit explosionsgefährlichen Stoffen umgehen will, den Verkehr mit explosionsgefährlichen Stoffen betreiben oder explosionsgefährliche Stoffe befördern will, benötigt eine Erlaubnis nach § 7 Sprengstoffgesetz.

Voraussetzungen

  • Zuverlässigkeit
  • Fachkunde
  • körperliche Eignung
  • deutsche Staatsangehörigkeit
  • Wohnsitz oder gewerbliche Niederlassung im Bundesgebiet
  • älter als 21 Jahre



Verfahren


Die Fachkunde hat nachgewiesen, wer erfolgreich an einem staatlichen oder staatlich anerkannten Lehrgang für die beabsichtigte Tätigkeit teilgenommen oder eine mindestens dreijährige praktische Tätigkeit ausgeübt hat oder eine Ausbildung an einer Hochschule, Fachhochschule oder Technikerschule abgeschlossen und eine mindestens einjährige praktische Tätigkeit ausgeübt hat, sofern die Tätigkeit und die Ausbildung geeignet waren, die erforderliche Fachkunde zu vermitteln.


Erlaubnis nach § 27 Sprengstoffgesetz

Die Erlaubnis berechtigt zum Erwerb, Verbringen innerhalb der Bundesrepublik Deutschland, zur Aufbewahrung, Verwendung und Vernichtung der in der Erlaubnis eingetragenen explosionsgefährlichen Stoffe - in der Regel Schwarzpulver zum Vorderladerschießen, Böllerpulver zum Böllerschießen, Nitrocellulosepulver zum Wiederladen von Patronenhülsen.

Die Erlaubnis ist maximal auf fünf Jahre befristet und wird für eine bestimmte Höchstmenge an explosionsgefährlichen Stoffen erteilt.

Voraussetzungen

  • Zuverlässigkeit
  • Sachkunde
  • Bedürfnis
  • geeignete Lagerstätte
  • Antrag



Verfahren


Die Sachkunde für den Umgang mit Schwarz-, Böller- oder Nitrocellulosepulver wird durch ein Fachkundezeugnis nachgewiesen. Das Fachkundezeugnis erhalten Sie nach erfolgreichem Abschluss eines vom staatlichen Gewerbeaufsichtsamt Göppingen oder einem privaten Lehrgangsträger (zum Beispiel Zentrales Lehrgangswesen für Sportschützen und Jäger) durchgeführten Lehrgangs.

Unbedenklichkeitsbescheinigung

Voraussetzung für die Zulassung zum Lehrgang ist die Ausstellung einer Unbedenklichkeitsbescheinigung, die über das zuständige Bürgermeisteramt beim Landratsamt, Fachbereich Sicherheit und Ordnung, beantragt werden muss.

Der Bedürfnisnachweis ist entweder beim Schützenverein, bei dem eine Mitgliedschaft besteht, oder von der Stadt- bzw. Gemeindeverwaltung für das Böllerschießen zur Brauchtumspflege zu beantragen.


Befähigungsschein nach § 20 Sprengstoffgesetz

Personen, die im gewerblichen Bereich mit explosionsgefährlichen Stoffen arbeiten, diese verwalten oder verwahren, benötigen einen Befähigungsschein.

Voraussetzungen

  • Zuverlässigkeit
  • Fachkunde
  • deutsche Staatsangehörigkeit
  • Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt im Bundesgebiet
  • körperliche Eignung
  • älter als 21 Jahre



Verfahren


Die Fachkunde hat nachgewiesen, wer erfolgreich an einem staatlichen oder staatlich anerkannten Lehrgang für die beabsichtigte Tätigkeit teilgenommen (z. B. beim staatlichen Gewerbeaufsichtsamt Göppingen) oder eine mindestens dreijährige praktische Tätigkeit ausgeübt hat oder eine Ausbildung an einer Hochschule, Fachhochschule oder Technikerschule abgeschlossen und eine mindestens einjährige praktische Tätigkeit ausgeübt hat, sofern die Tätigkeit und die Ausbildung geeignet waren, die erforderliche Fachkunde zu vermitteln.