Vollstationäre Pflege

Das Team Hilfe zur Pflege ist zuständig für die Sozialhilfe in Einrichtungen, wenn häusliche oder teilstationäre Pflege wegen der Besonderheit des Einzelfalles nicht in Betracht kommt.

Da durch die Heimunterbringung die Unterkunft und Versorgung gewährleistet wird, hat der Pflegebedürftige sein gesamtes Einkommen und sein Vermögen über der Vermögensfreigrenze zur Bezahlung der anfallenden Heimkosten zu verwenden.
Reichen das Einkommen, das Vermögen und die Leistungen der Pflegeversicherung nicht aus, so übernimmt das Sozialamt die nicht gedeckten Kosten für die Heimunterbringung.

Da der Leistungsberechtigte in der Regel sein gesamtes Einkommen zur Bezahlung der Heimkosten einsetzt, wird dem Pflegebedürftigen zusätzlich monatlich ein Barbetrag (Taschengeld) in Höhe von 112,32 € zur Befriedigung seiner persönlicher Bedürfnisse ausgezahlt.

Da der Barbetrag in der Regel für größere Anschaffungen von Bekleidung nicht ausreicht, kann beim Sozialamt einmal im Jahr Bekleidungsbeihilfe beantragt werden

Voraussetzungen

  • Wohnort vor Heimaufnahme im Landkreis Heidenheim
  • Es liegt mindestens Pflegegrad 2 vor
  • vollstationäre Unterbringung ist erforderlich
  • Einkommen und Ersparnisse reichen zur Begleichung der Heimkosten nicht aus

Hinweis

Personen, die keiner Pflegekasse angehören, können einen Antrag auf die Ermittlung des Pflegegrades beim Sozialamt stellen. Der Sozialhilfeträger gibt dann selbst ein Gutachten beim medizinischen Dienst der Pflegekasse in Auftrag.

Verfahrensablauf

Sie können telefonisch um die Zusendung eines Antrags bitten. Der zuständige Sachbearbeiter wird Ihnen alle erforderlichen Unterlagen zuschicken.
Die ausgefüllten Formulare und die erforderlichen Nachweise können Sie uns anschließend per Post zurückschicken oder Sie vereinbaren einen Termin zur Abgabe der Unterlagen.

Vermögensfreigrenzen

Das Vermögen der Pflegebedürftigen ist zu großen Teilen geschützt. So muss z. B. ein selbstbewohntes Haus, in dem der Ehegatte des Pflegebedürftigen verbleibt, nicht zum Bestreiten der Pflegekosten verwendet werden.

Auch sofort verfügbares Erspartes, wie z. B. Guthaben auf Sparbüchern und Girokonten, ist in gewissem Umfang geschützt:
Für den Pflegebedürftigen sind dies zurzeit 5.000,00 € und für den Ehegatten weitere
5.000 €, also insgesamt 10.000 € verbleibendes Vermögen.

Unterhalt durch Angehörige

Grundsätzlich hat die Sozialhilfe eine Auffangfunktion. Das bedeutet, dass Sie erst einsetzt, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Zu diesen Möglichkeiten gehört auch der Unterhalt. Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) besagt, dass Kinder ihren Eltern gegenüber unterhaltspflichtig sind.
Daher muss das Sozialamt prüfen, ob ein Hilfesuchender anstatt der Sozialhilfe nicht vorrangig Unterhalt erhalten kann. Zum Unterhalt wird jedoch nur herangezogen, wer als leistungsfähig gilt.

Als angemessener Selbstbehalt gilt bei Alleinstehenden 1.800 €, bei Verheirateten sind es insgesamt 3.240 €.