Reiseverkehr mit Tieren

Veterinärbestimmungen und Allgemeines rund ums Reisen mit Heimtieren



In einigen Ländern wird bei der Einreise von Heimtieren ein amtstierärztliches Gesundheitszeugnis benötigt. Dieses wird vom Amtstierarzt im Fachbereich Veterinärwesen und Verbraucherschutz nach vorheriger Terminabsprache ausgestellt.
Bevor Sie zur Ausstellung dieses Gesundheitszeugnisses in das Amt kommen, sollten Sie bitte folgende Punkte beachten:

  • Sind im Impfpass des Tieres alle erforderlichen Impfungen eingetragen worden und entsprechen die Impftermine den Einreisebestimmungen?
    Falls Impfungen fehlen, wenden Sie sich bitte an einen praktischen Tierarzt.
  • Bringen Sie zum Untersuchungstermin Ihren Hund bzw. Ihre Katze sowie den Impfausweis und eventuell andere länderabhängige Bescheinigungen mit.

Erleichterte Bedingungen für den Reiseverkehr in der Europäischen Union (EU)
Voraussetzungen:

  • Im Reiseverkehr müssen die betreffenden Tiere von ihren Eigentümern oder einer beauftragten Person begleitet werden.
  • Die Tiere dürfen nicht für den Verkauf oder für eine Eigentumsübertragung bestimmt sein.
  • Die Zahl von fünf Tieren darf nicht überschritten werden.

Verbringen von Hunden, Katzen und Frettchen innerhalb der EU sowie Einfuhr/Wiedereinreise aus gelisteten Drittländern im Reiseverkehr

Grundsätzlich erforderlich sind:

  • eine gültige Tollwutimpfung
  • Heimtierausweis (mit Nachweisen über verschiedene Impfungen) - erhältlich bei Ihrem Tierarzt - oder eine entsprechende vorgeschriebene Veterinärbescheinigung
  • Kennzeichnung durch einen elektronischen Transponder. Sofern das Tier vor dem 03.07.2011 erstmals gekennzeichnet wurde, ist in vielen EU-Ländern eine vorhandene, gut lesbare Tätowierung als Kennzeichnung weiterhin gültig.

Wer seit dem 01.01.2012 mit seinem Hund nach Finnland, Großbritannien, Irland oder Malta reisen will, muss eine Behandlung gegen Würmer durch einen praktischen Tierarzt vor dem Reiseantritt durchführen lassen. Diese Behandlung wird dann in den Heimtierausweis eingetragen. Für Schweden gelten zwischenzeitlich keine besonderen Bedingungen mehr.

Verbringen ungeimpfter Welpen im Reiseverkehr innerhalb der EU

Für das Verbringen ungeimpfter Hundewelpen innerhalb der EU gelten je nach Mitgliedstaat der EU unterschiedliche Anforderungen:

Aus EU-Ländern dürfen solche Tiere in die Bundesrepublik Deutschland einreisen,
wenn

  • die Tiere von einem Muttertier begleitet werden oder
  • für die Tiere zusätzlich zum Heimtierausweis eine schriftliche und unterschriebene Erklärung des Verfügungsberechtigten mitgeführt wird, dass das Tier bislang ausschließlich am Ort seiner Geburt gehalten wurde und bislang nicht mit wild lebenden Tieren in Kontakt gekommen ist.

Verbringen ungeimpfter Welpen aus gelisteten Drittländern

Einfuhrgenehmigungen für nicht geimpfte Welpen unter zwölf Wochen, die aus gelisteten Drittländern in Baden-Württemberg eingeführt werden sollen, erteilt das Referat 35 beim Regierungspräsidium Freiburg.

Wichtige Hinweise für die Einfuhr und Wiedereinreise in die EU von Hunden, Katzen und Frettchen im Reiseverkehr aus einem sogenannten nicht gelisteten Drittland:

  • Für Tiere, die aus einem sogenannten nicht gelisteten Drittland mit unbestimmter Tollwutsituation oder Tollwutvorkommen*) stammen und in die EU reisen bzw. aus der EU stammen und sich auf der Rückreise aus diesen Drittländern in die EU befinden, gelten folgende Anforderungen:
    • o Die Tiere müssen gekennzeichnet sein und eine gültige Tollwutimpfung haben.
    • o Frühestens 30 Tage nach der Impfung muss der Impferfolg mit einer Titerbestimmung von Tollwut-Antikörpern im Blut nachgewiesen werden. Dies darf nur in einem von der EU zugelassenem Labor erfolgen.
    • o Sollte die Bestimmung den geforderten Wert (>= 0,5 IE/ml Blut) erreichen, so ist, gerechnet ab dem Tag der Blutprobenentnahme, anschließend eine Wartezeit von drei Monaten bis zum Verbringen des Tieres einzuhalten.
    • o Bei Tieren, die aus der EU (z. B. Deutschland) stammen und sich auf der Rückreise aus einem dieser Drittländer befinden wird dringend empfohlen, die Titerbestimmung vor der Urlaubsreise noch in Deutschland zu tätigen, da dann die dreimonatige Wartezeit wegfallen kann. Als Bescheinigung ist der EU-Heimtierausweis zusammen mit einem Nachweis über die erfolgte Titerbestimmung ausreichend. Die Titerbestimmung ist von einem Tierarzt im Heimtierausweis zu bestätigen.
    • o Die vorgenannten Tätigkeiten müssen in der von der EU festgelegten Gesundheitsbescheinigung von dem amtlichen Tierarzt bzw. bevollmächtigten Tierarztes des Drittlandes bestätigt werden. Diese Bescheinigung muss bei der Einreise in die EU mitgeführt werden. Bei Tieren, die aus der EU stammen, ersetzt der EU-Heimtierausweis diese Bescheinigung.

*) In der Verordnung (EG) 998/2003 werden die sogenannten gelisteten Drittländer im Anhang II Teil C aufgeführt. Die oben aufgeführten Bestimmungen betreffen somit alle dort nicht aufgeführten (Dritt)Länder.

Allgemeine Hinweise:

  • Das Mitbringen als gefährlich eingestufter Hunderassen ist in einigen Ländern verboten. Manche Länder schreiben Maulkorb- und Leinenpflicht vor. Da es viele unterschiedliche Regelungen gibt, sollten Sie sich entsprechend über die Vorschriften des jeweiligen Landes vor der Reise informieren.
  • Bei Reisen auf dem Landweg sind auch die Bestimmungen der Transitländer zu beachten.

Verbringen anderer Heimtiere innerhalb der EU
Zu beachten ist, dass die Vorschriften zum Verbringen anderer Heimtiere als Hunde, Katzen und Frettchen in der EU nicht übereinstimmend sind. Jedes EU-Mitgliedsland kann andere Regelungen treffen. Verschiedene EU-Mitgliedstaaten verlangen z. B. bei Kaninchen ein Gesundheitszeugnis, während dies bei anderen Ländern nicht erforderlich ist. Erkundigen Sie sich bitte bei der Botschaft und dem Konsulat Ihres Reiselandes und prüfen Sie, ob die Mitnahme des Tieres wirklich erforderlich ist. Die Bestimmungen für das Verbringen von Kaninchen, Hamster und Meerschweinchen nach Deutschland können beim Veterinäramt erfragt werden. Für Heimvögel gelten aufgrund der Vogelgrippe bzw. der Psittakose bei Papageien und Sittichen besondere Bestimmungen.
Reisen mit Pferden
Für das Verbringen von Pferden ins Ausland wird ein amtstierärztliches Zeugnis benötigt. Zuständig ist der Fachbereich Veterinärwesen und Verbraucherschutz innerhalb des Landratsamts Heidenheim, das für den Standort des Pferdes örtlich zuständig ist. Das Gesundheitszeugnis können Sie mit diesem Formular beantragen, sofern Ihr Pferd seinen Stall im Landkreis Heidenheim hat.
Verbringen sonstiger Tiere
Angaben zur Ausstellung einer Gesundheitsbescheinigung für das Verbringen von Tieren, die keine Pferde oder Heimtiere sind, in einen EU-Mitgliedstaat oder in ein Drittland

Weitere Informationen

Diplomatische Vertretungen fremder Staaten in der Bundesrepublik Deutschland (Liste des Auswärtigen Amtes)

Bestimmungen verschiedener Länder: