Blauzungenkrankheit

Die Blauzungenkrankheit (engl. Bluetongue) ist eine anzeigepflichtige Viruserkrankung der Wiederkäuer, die mit Fieber und Ödemen infolge Gefäßschädigungen einhergehen kann. Ihr Verlauf kann mild bis hochgradig sein.
Die Krankheit befällt insbesondere Rinder, Schafe und Ziegen. Sie ist seit langem in wärmeren Regionen (Mittelmeerraum, Afrika) bekannt. Die Infektion findet - im Gegensatz zu den meisten Viruserkrankungen - nicht unmittelbar von Tier zu Tier statt. Das Virus wird durch Mücken, einer einheimischen Gnitzen-Art (Culicoides), übertragen. Das Virus kann nicht auf Menschen übertragen werden, eine Gesundheitsgefährdung besteht deshalb nicht. Fleisch- und Milchprodukte können ohne Bedenken verzehrt werden.

Landwirte, Tierärzte und andere Personen, die mit Vieh umgehen, müssen den Verdacht auf Blauzungenkrankheit unverzüglich dem Landratsamt Heidenheim, Fachbereich Veterinärwesen und Verbraucherschutz, melden. In diesem Zusammenhang werden Halter von Rindern, Schafen und Ziegen, die ihre Tiere noch nicht beim Landratsamt Heidenheim angezeigt haben, aufgefordert, dies mittels des Tierhalterantrages nachzuholen.

Aktueller Stand zur Blauzungenkrankheit
Um die Krankheit einzudämmen, war in Deutschland 2008 und 2009 die flächendeckende Impfung gegen die Blauzungenkrankheit des Serotyps 8 verpflichtend vorgeschrieben. Die Mehrheit der Bundesländer hat sich gegen die Stimme Baden-Württembergs dafür ausgesprochen, die Impfung ab 2010 nur noch freiwillig fortzuführen. Seit 2010 war bei den Monitoringuntersuchungen kein BT-Virus in Deutschland mehr festgestellt worden. Am 15.02.2012 hat die Bundesrepublik Deutschland zusammen mit den Niederlanden, Belgien und Luxemburg den Status „Frei von Blauzungenkrankheit Serotyp 8“ erhalten.

Nun gibt es in Baden-Württemberg einen Fall der Krankheit vom Serotyp 8 (BTV-8). Um den Ausbruchbetrieb wurde ein Restriktionsgebiet mit einem Mindestradius von 150 km eingerichtet. Dies bedeutet, dass das gesamte Land Baden-Württemberg zum BTV-8-Sperrgebiet für Rinder, Schafe, Ziegen und gehaltene Wildwiederkäuer erklärt wird. Das Sperrgebiet muss mindestens zwei Jahre aufrechterhalten werden. Erst danach kann die Bundesrepublik Deutschland sich wieder als frei von Blauzungenkrankheit (bluetongue disease - BT) erklären.
Sämtliche Rinder-, Schaf- und Ziegenhaltungen sowie die Haltung von Wildwiederkäuern sind dem Landratsamt Heidenheim, Fachbereich Veterinärwesen und Verbraucherschutz unter Angabe des Standorts der Tiere mitzuteilen. Hierzu kann ein Meldevordruck verwendet werden (Publikation)

Verbringen von Rindern aus der Sperrzone innerhalb Deutschlands ist nur noch mit Impfungen möglich

mögliche Optionen:

Rinder ab 3 Monate

Grundimmunisierung* abgeschlossen

60 Tage Sperre (Anhang II 1266/2007)

Verbringen möglich

Rinder ab 3 Monate

Grundimmunisierung* abgeschlossen

35 Tage Sperre und Bluttest negativ

Verbringen möglich

Kälber bis 3 Monate

Grundimmunisierung* von Muttertier 4 Wochen vor Abkalbung abgeschlossen.

Biestmilch spätestens 6 p. p. erhalten und Tierhaltererklärung

Verbringen möglich

*Grundimmunisierung: 2-malige Impfung im Abstand von 21 bzw. 28 Tagen (s. Impfstoff)

è Zur Aufrechterhaltung des Impfstatus muss jährlich gemäß Impfstoffbeipackzettel nachgeimpft werden.
è Innerhalb der Sperrzone dürfen ungeimpfte Rinder nur nach amtstierärztlicher Bestandsuntersuchung (durchgeführt am Verladetag) mit schriftlicher Genehmigung verbracht werden.

Rechtsgrundlagen

  • Verordnung zum Schutz vor der Blauzungenkrankheit
  • Verordnung zur Durchführung gemeinschaftsrechtlicher Vorschriften über Maßnahmen zur Bekämpfung, Überwachung und Beobachtung der Blauzungenkrankheit
  • Verordnung (EG) 1266/2007 der Komission vom 26.10.2007 mit Durchführungsvorschriften zur Richtlinie 2000/75/EG des Rates hinsichtlich der Bekämpfung, Überwachung und Beobachtung der Blauzungenkrankheit sowie der Beschränkungen, die für Verbringungen bestimmter Tiere von für die Blauzungenkrankheit empfänglichen Arten gelten
  • Blauzungenkrankheit sonstige EG-Vorschriften

Weiterführende Links


Entschädigungen