Der Wald im Landkreis Heidenheim

Der Landkreis Heidenheim ist mit rund 29.500 ha Wald (43 % der Landkreisfläche) einer der waldreichsten Landkreise im Regierungsbezirk Stuttgart.

Baumartenverteilung

Auf der Ostalb ist die Buche die vorherrschende Baumart in der natürlichen Waldgesellschaft, also einem vom Menschen nicht beeinflussten Wald. Dies liegt an ihrer Konkurrenzstärke gegenüber anderen Baumarten. Die Schwäbische Alb ist eines der größten Buchenwaldvorkommen der Welt und deshalb besonders erhaltenswert.
Die Fichte kommt in der natürlichen Waldgesellschaft unserer Region nicht vor. Ihre Heimat liegt in den Alpen. Erst mit dem Ende der sog. Mittelwaldbewirtschaftung im 19. Jahrhundert wurde die Fichte aktiv durch den Mensch verbreitet. Eine zweite Verbreitungswelle folgte im 20. Jahrhundert. Aufgrund der Holznot nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele Heideflächen und Grenzertragsböden aufgeforstet.

Die Douglasie stammt aus Nordamerika und wurde Ende des 19. Jahrhundert erstmals in Deutschland angebaut. Wuchsleitung, Widerstandskraft und dauerhaftes Holz zeichnet diese Baumart aus. Das Holz wird gerne für Konstruktionen im Außenbereich verwendet.
Die ursprüngliche Herkunft, sprich die Abstammung einer Baumart gibt wesentlichen Aufschluss über ihre Standortsansprüche wie zum Beispiel Temperatur- und Feuchtigkeitsoptimum sowie die Bodenzusammensetzung. Deshalb ist es bei Pflanzmaßnahmen besonders wichtig, nur Herkünfte zu verwenden, die mit den örtlichen geografischen und klimatischen Voraussetzungen zurecht kommen.

Waldbesitzverhältnisse

Der größte Waldbesitzer im Landkreis Heidenheim ist das Land Baden-Württemberg. Rund 44 % des Waldes sind Staatswald. Das Königshaus Württemberg erhielt einen Großteil seines Besitzes durch die Säkularisation und durch die politische Neuordnung Europas durch Napoleon Anfang des 19. Jahrhunderts. Nach Ende des Königsreichs gingen die Besitztümer schließlich im Gründungsjahr 1952 in das Eigentum des Landes Baden-Württemberg über.
Die verbleibenden 56 % verteilen sich auf Körperschaften, wie zum Beispiel Gemeinden und Stiftungen sowie auf private Waldbesitzer.

Holzeinschlag und Nachhaltigkeit

Im öffentlichen Wald und in größeren Privatwäldern werden im zehnjährigen Turnus periodische Betriebspläne erstellt, die den nachhaltigen Holznutzungsansatz ermitteln.
Betrachtet man den Holzzuwachs im Staatswald des Landkreises Heidenheim liegt dieser im Durchschnitt bei 10,6 m³ (Erntefestmeter) je Hektar und Jahr (Quelle: Betriebsinventur aus dem Jahr 2007). Dagegen beträgt der geplante durchschnittliche Holzeinschlag je Hektar und Jahr lediglich 9,7 Erntefestmeter je Hektar und Jahr.

Das Landeswaldgesetz verpflichtet die Waldbesitzer zur nachhaltigen Bewirtschaftung des Waldes. Die Nachhaltigkeit ist demnach nicht nur ein rein wirtschaftliches Prinzip zur dauerhaften Sicherung kontinuierlicher Holzlieferungen, sondern es umfasst auch die ökologischen und sozialen Funktionen des Waldes, wie zum Beispiel die Naherholung.

Die Helsinki-Resolution (1993) definiert in modernen Begriffen die nachhaltige Waldwirtschaft als
„die Behandlung und Nutzung von Wäldern auf eine Weise und in einem Ausmaß, das deren biologische Vielfalt, Produktivität, Verjüngungsfähigkeit, Vitalität sowie deren Fähigkeit, die relevanten ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Funktionen gegenwärtig und in der Zukunft auf lokaler, nationaler und globaler Ebene zu erfüllen gewährleistet, ohne anderen Ökosystemen Schaden zuzufügen.“