Genehmigungspflichtige Vorhaben im Wald

Das Landeswaldgesetz für Baden-Württemberg regelt neben der Bewirtschaftung des Waldes auch das Betretensrecht und die behördlichen Zuständigkeiten. Der nachfolgende Artikel informiert über häufig vorkommende, genehmigungspflichtige Vorhaben im Wald.

Kahlhiebe und Nutzung hiebsunreifer Bestände

Waldbesitzer, die eine Fläche über einem Hektar Größe kahlschlagen wollen, müssen diese Maßnahme von der Forstbehörde genehmigen lassen. Als Kahlschlag gelten nach § 15 Landeswaldgesetz bereits Nutzungen die den Holzvorrat auf 40 % des standörtlich maximal möglichen herabsetzen. Angrenzende Kahlflächen werden angerechnet. Ohne erteilte Genehmigung muss die Fläche innerhalb einer gesetzten Frist wieder aufgeforstet werden.
Der Kahlhieb von hiebsunreifen Beständen muss separat genehmigt werden. Bei Nadelbaumbeständen liegt die Grenze zur Hiebsreife bei 50 Jahren, bei Laubbaumbeständen bei 70 Jahren.

Teilung von Waldgrundstücken

Wird ein Waldgrundstück verkauft oder vererbt, ist es oft der Wunsch, das Grundstück aufzuteilen. Die Teilung eines Waldgrundstückes in mehrere Grundstücke muss nach § 24 Landeswaldgesetz von der Forstbehörde genehmigt werden. Entstehen durch die Teilung Einzelgrundstücke unter 3,5 Hektar Flächengröße, kann die Genehmigung versagt werden, weil bei Waldgrundstücken unterhalb dieser Flächengröße die ordnungsgemäße, forstliche Bewirtschaftung gefährdet ist.

Organisierte Veranstaltungen

Organisierte Veranstaltungen im Sinne von § 37 Abs. 2 des Landeswaldgesetzes sind Veranstaltungen, die über den Rahmen der normalen Erholungsfunktion hinausgehen. Insbesondere, wenn dazu öffentlich aufgerufen oder ein Startgeld erhoben wird. Volksläufe, Wandertage, Reit- und Radsportveranstaltungen, erlebnispädagogische Veranstaltungen mit kommerziellem Hintergrund und Waldfeste fallen unter die genehmigungspflichtigen Veranstaltungen. Zudem muss der Veranstalter im Vorfeld den Waldbesitzer um Erlaubnis fragen. Genehmigungspflichtig sind auch das Feuermachen im und am Wald sowie das Zelten im Wald. Die Genehmigung kann formlos beim Fachbereich Wald und Naturschutz beantragt werden. Die Gebühr für die Genehmigung beträgt 52,00 €.

Ausschilderung von Waldwegen

Zur Intensivierung des Fremdenverkehrs und der Ausübung spezieller Sportarten unterhalten Kommunen und Vereine umfangreiche Wegenetze für Freizeitaktivitäten, wozu insbesondere Wandern, Radfahren und der Mountainbike-Sport zählen. Da dadurch insbesondere in Ballungsräumen die Gefahr droht, dass ein ungeordneter „Schilderwald“ entsteht, hat die Forstbehörde die Aufgabe, regulierend einzugreifen. So bedarf jede Wegkennzeichnung im Wald nach § 37 Abs. 5 Landeswaldgesetz der Genehmigung der Forstbehörde.

Sperrung von Wald

Möchte ein Eigentümer seinen Wald mehr als zwei Monate sperren und somit unzugänglich machen, muss er bei der Forstbehörde nach § 38 Landeswaldgesetz eine Genehmigung beantragen. Die Sperrung kann nur genehmigt werden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt, wie zum Beispiel eine Holzerntemaßnahme.

Grund hierfür ist der § 37 Landeswaldgesetz, der jedem das freie Betretensrecht des Waldes zugesteht. Dies muss jeder Waldbesitzer dulden.

Waldumwandlungen

Vor allem in Regionen mit hohem Waldanteil sind raumgreifende Vorhaben, wie beispielsweise die Ausweisung eines Baugebietes, nur umsetzbar, wenn hierfür Waldflächen gerodet werden. Ein Hauptziel des Landeswaldgesetzes ist die Erhaltung des Waldes. Deshalb darf Wald nur mit entsprechender Genehmigung in eine andere Nutzungsart umgewandelt werden. Bagatellgrenzen hinsichtlich der Flächengröße gibt es nicht. Die höhere Forstbehörde (Forstdirektion), als Genehmigungsbehörde entscheidet danach, ob der Eingriff in den Naturhaushalt durch das Vorhaben vertretbar ist.

Nachteilige Auswirkungen einer Umwandlung auf die Schutz- oder Erholungsfunktionen des Waldes müssen in der Regel ausglichen werden. Hier kommen mehrere Ausgleichsmöglichkeiten in Betracht:

  • Eine mindestens flächengleiche Ersatzaufforstung
  • Der Erhalt eines schützenswerten Waldbestands
  • Sonstige Schutz- und Gestaltungsmaßnahmen
  • Entrichtung einer Walderhaltungsabgabe, wenn andere Maßnahmen nicht umgesetzt werden können

Die Umwandlung einer Waldfläche ohne Genehmigung ist eine Ordnungswidrigkeit und wird mit einem Bußgeld geahndet. Zudem ist die Fläche innerhalb einer bestimmten Frist wieder aufzuforsten.

Bei zeitlich begrenzten Vorhaben, wie zum Beispiel dem Abbau von Rohstoffen, kann auch eine befristete Waldumwandlungsgenehmigung mit anschließender Rekultivierungsverpflichtung erteilt werden. Diese Genehmigung ist gebührenpflichtig. Die Höhe der Gebühr hängt von der Größe der umzuwandelnden Fläche ab (10,00 €/ar).

Waldumwandlungen, wie hier für einen Steinbruch, werden teilweise auch befristet genehmigt - nach Fristablauf ist das Gelände zu rekultivieren und wieder zu bewalden