Waldschutzgebiete

Der Wald ist ein großflächiger, ökologischer Ausgleichsraum und zugleich Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten. Viele Wälder haben wegen des Vorkommens seltener oder gefährdeter Arten oder als Relikte früherer Waldbewirtschaftungsformen einen hohen ökologischen Stellenwert. Naturschutzgebiete, Naturdenkmale oder Waldschutzgebiete tragen zur Erhaltung dieser Vorkommen bei.

Bann- und Schonwälder sind gesetzlich ausgewiesene Waldschutzgebiete, in die der Mensch nicht oder nur noch sehr eingeschränkt eingreift. Sie werden durch Rechtsverordnung der Forstdirektionen erlassen.

Waldschutzgebiete in den ca. 12.500 Hektar Staatswald des Landkreises Heidenheim:

Wald in Naturschutzgebieten

148 ha

Anzahl Naturdenkmale

23

Wald in Landschaftsschutzgebieten

475 ha

Bannwälder („Buigen“, „Siebter Fuß“)

205 ha

Schonwälder

213 ha

Waldbiotope

297 ha


Bannwälder

Bannwaldinfotafel

Erkenntnisse über natürliche Veränderungsprozesse im Wald sind ausschließlich in Gebieten möglich, in denen sich der Wald unbeeinflusst vom Menschen entwickeln kann.

Die Ausweisung als Bannwald ist der strengste gesetzliche Schutz in den Wäldern Baden-Württembergs. In ihm sind jegliche menschliche Eingriffe verboten.

Ziel dieses Totalschutzes ist die natürliche Entwicklung von Wäldern mit urwaldähnlichen Strukturen. Dabei werden die Veränderungen in den Bannwäldern, den Urwäldern von morgen, wissenschaftlich erfasst. Sie sind ein riesiges Freilandlabor und bieten Lebensraum für viele bedrohte Pflanzen- und Tierarten. Dadurch lassen sich Rückschlüsse auf die naturnahe Bewirtschaftung der Wirtschaftswälder erzielen.

Die beiden Bannwälder im Landkreis Heidenheim werden seit 1995 („Buigen“) bzw. 2004 („Siebter Fuß“) nicht mehr bewirtschaftet. Allerdings wird es noch viele Jahrzehnte dauern, bis sich eine urwaldähnliche Struktur eingestellt hat.


Schonwälder

Durch frühere Waldnutzungsformen des Menschen haben sich Waldstrukturen entwickelt, die heute drohen verloren zu gehen. So manche seltene Tier- oder Pflanzenart ist auf diese Waldformen angewiesen. Für diese schützenswerten Wälder gibt es die Schonwälder als weitere Schutzkategorie. Nutzungsmaßnahmen dienen nicht vordergründig der Holzgewinnung, sondern dem Erhalt der historischen Nutzungsform.

Schonwald

Schutzziele und Auflagen werden in der Schutzgebietsverordnung aufgelistet und die Einhaltung in der alle zehn Jahre wiederkehrenden sogenannten Forsteinrichtung, einem periodischen Betriebsplan, festgestellt.

Beispielhafte Schutzziele in Schonwäldern:

  • Optimierung der Lebensbedingungen für einzelne Tier- und Pflanzenarten
  • Erhalt von Waldgesellschaften
  • Erhalt und Förderung von Waldbiotopen
  • Erhalt oder Wiederherstellung historischer Waldformen

Die Lage der Waldschutzgebiete im Landkreis Heidenheim können sie im GeoPortal einsehen.