Einbürgerung und Staatsangehörigkeit

Das Landratsamt Heidenheim ist zuständige Einbürgerungs- und Staatsangehörigkeitsbehörde für alle im Landkreis Heidenheim lebenden Personen. Die wichtigsten gesetzlichen Regelungen zur deutschen Staatsangehörigkeit findet man im Staatsangehörigkeitsgesetz.

Der Tätigkeitsbereich der Staatsangehörigkeitsbehörde umfasst u. a. den Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit durch Geburt im Inland, Anspruchs- und Ermessenseinbürgerungen, sowie die Ausstellung von Staatsangehörigkeitsausweisen. Auch das Bestehen oder Nichtbestehen der deutschen Staatsangehörigkeit wird auf Antrag von der Staatsangehörigkeitsbehörde festgestellt.

Für weitergehende Informationen stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen der Staatsangehörigkeitsbehörde gerne zur Verfügung.

Wie werde ich Deutscher
Antragstellung
Gebühren


Wie werde ich Deutscher


Abstammungsprinzip

Geburt im Inland
Anspruchseinbürgerung
Ermessenseinbürgerung


Abstammungsprinzip

Ein Kind wird nach dem so genannten Abstammungsprinzip mit Geburt automatisch Deutsche oder Deutscher, wenn die Mutter oder der Vater oder beide deutsche Staatsangehörige sind.


Geburt im Inland (Geburtsortsprinzip)

Ergänzend zum Abstammungsprinzip gilt seit 01.01.2000 in Deutschland auch das Geburtsortsprinzip. Danach bestimmt nicht allein die Nationalität der Eltern die Staatsangehörigkeit des Kindes, sondern auch der Geburtsort.

Kinder ausländischer Eltern, die in Deutschland geboren werden, erhalten automatisch die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn mindestens ein Elternteil zum Zeitpunkt der Geburt

  • seit acht Jahren rechtmäßig seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat und

  • freizügigkeitsberechtigter Unionsbürger oder gleichgestellter Staatsangehöriger der Schweiz oder eines EWR-Staates ist oder ein unbefristetes Aufenthaltsrecht (z. B. Niederlassungserlaubnis) besitzt.


Der Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit wird vom Standesbeamten, der die Geburt festhält, geprüft und eingetragen. Weitere Anträge sind deshalb nicht nötig. Ausweispapiere für das Kind können beim Passamt des Wohnortes beantragt werden.

In vielen Fällen wird das Kind mit der Geburt durch das Abstammungsprinzip auch die Staatsangehörigkeit der Eltern erwerben. Das Kind besitzt dann mehrere Staatsangehörigkeiten. Nach dem Optionsmodell muss das Kind sich in der Regel nach Erreichen der Volljährigkeit entscheiden, ob es die deutsche oder die ausländische Staatsangehörigkeit behalten will (so genannte Optionspflicht).

Für nähere Informationen zu dem Optionsmodell stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen der Einbürgerungsbehörde zur Verfügung.


Anspruchseinbürgerung

Wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden, besteht ein Recht auf Einbürgerung nach §§ 10 ff. Staatsangehörigkeitsgesetz.

Folgende Voraussetzungen sind zu erfüllen

  • Inlandsaufenthalt
    Mindestens achtjähriger rechtmäßiger und gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland. Ein siebenjähriger rechtmäßiger, gewöhnlicher Aufenthalt genügt dann, wenn ein Integrationskurs erfolgreich absolviert wurde.


  • Sicherer Aufenthaltsstatus
    Unbefristetes Aufenthaltsrecht (z. B. unbefristete Aufenthaltserlaubnis, Aufenthaltsberechtigung, Niederlassungserlaubnis), eine Aufenthaltserlaubnis oder freizügigkeitsberechtigte Bürger der Europäischen Union, von Island, Lichtenstein, Norwegen oder der Schweiz

    Sicherung des Lebensunterhalts

    Der Lebensunterhalt wird aus eigenem Einkommen für sich selbst und die unterhaltsberechtigten Familienangehörigen ohne Inanspruchnahme von Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (Arbeitslosengeld II) oder Sozialgesetzbuch XII (Sozialhilfe) bestritten.

  • Deutschkenntnisse
    Ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache, z. B. deutscher Schulabschluss, abgeschlossene Berufsausbildung, abgeschlossenes Studium oder über ein Zertifikat Deutsch, Niveau B1, zu erwerben an der Volkshochschule.

  • Loyalitätserklärung und Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung
    Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland und Erklärung, dass Sie nicht an verfassungsfeindlichen Bestrebungen teilgenommen haben (Loyalitätserklärung).

    Verfassungsfeindliche Betätigungen und die Gefährdung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung schließen die Einbürgerung aus. Darüber hinaus müssen Sie über ausreichende Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland verfügen. Nachgewiesen werden diese Kenntnisse in der Regel durch den Deutschtest, der an der Volkshochschule abgelegt werden kann. Weitere Informationen zum Einbürgerungstest finden Sie auch auf der Internetseite des Bundesministerium des Innern.

  • Straffreiheit
    Es darf keine Verurteilung wegen einer Straftat vorliegen. Außer Betracht bleiben: Verurteilungen zu einer Geldstrafe bis zu 90 Tagessätzen und Verurteilungen zu einer Freiheitsstrafe bis zu drei Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt und nach Ablauf der Bewährungszeit erlassen wurden. Mehrere Verurteilungen zu Geld- und Freiheitsstrafen werden zusammengezählt.
    Wird wegen einer Straftat ermittelt, so wird die Entscheidung über den Einbürgerungsantrag bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens zurückgestellt.



Aufgabe und Verlust der bisherigen Staatsangehörigkeit

Die bisherige Staatsangehörigkeit muss aufgegeben werden, sofern diese nach dem Recht des Heimatstaates durch die Einbürgerung nicht schon automatisch verloren geht.

Um die Entlassung aus Ihrer bisherigen Staatsangehörigkeit betreiben zu können, erhalten Sie von der Einbürgerungsbehörde eine Einbürgerungszusicherung, sofern Sie die sonstigen Einbürgerungsvoraussetzungen erfüllen.

Nur in Ausnahmefällen kann die Einbürgerung unter Hinnahme von Mehrstaatigkeit erfolgen. Auskunft hierzu erteilt die Einbürgerungsbehörde.

Miteinbürgerung von Familienangehörigen nach § 10 Absatz 2 Staatsangehörigkeitsgesetz

Ihr Ehegatte und Ihre minderjährigen Kinder können zusammen mit Ihnen eingebürgert werden, auch wenn sich Ihre Angehörigen noch keine acht Jahre rechtmäßig in Deutschland aufhalten. Über die erforderlichen Aufenthaltszeiten der mit einzubürgernden Familienangehörigen erteilt Ihnen die Einbürgerungsbehörde genauere Auskünfte.

Die mit einzubürgernden Familienangehörigen müssen aber grundsätzlich die vorgenannten Voraussetzungen für den Anspruch auf Einbürgerung erfüllen.


Ermessenseinbürgerung

Wenn kein Einbürgerungsanspruch nach § 10 Staatsangehörigkeitsgesetz besteht, kann eine Ermessenseinbürgerung nach dem Staatsangehörigkeitsgesetz möglich sein. Bei einer Ermessenseinbürgerung gelten für bestimmte Personengruppen (z. B. bei Ehegatten oder Lebenspartner von Deutschen, Asylberechtigte) kürzere Mindestaufenthaltszeiten als bei Anspruchseinbürgerungen. Dafür sind die weiteren Voraussetzungen mitunter strenger geregelt. Über nähere Einzelheiten informiert Sie die Einbürgerungsbehörde.



Antragstellung

Die Einbürgerung bzw. Feststellung der deutschen Staatsangehörigkeit erfolgt nur auf Antrag. Nach Vollendung des 16. Lebensjahres ist eine eigene Antragstellung möglich.

Der jeweilige Antrag ist bei der Einbürgerungs- und Staatsangehörigkeitsbehörde des Landratsamtes Heidenheim erhältlich. Wir bitten Sie, zur Antragstellung persönlich vorbei zu kommen.



Gebühren

Die Gebühr für die Einbürgerung beträgt grundsätzlich 255,00 Euro.
Für minderjährige Kinder ohne eigenes Einkommen, die mit ihren Eltern zusammen eingebürgert werden, beträgt die Gebühr 51,00 Euro.

Die Gebühr wird nach Antragstellung fällig.

Für die Ausstellung eines Staatsangehörigkeitsausweises beträgt die Gebühr 25,00 Euro.