Großes Interesse an Unternehmensförderung im Ländlichen Raum

Informationsveranstaltung des Landkreises für Unternehmerinnen und Unternehmer

Der Einladung des Landkreises Heidenheim zur Informationsveranstaltung „Unternehmensförderung Ländlicher Raum“ sind zahlreiche Gäste gefolgt. Landrat Peter Polta freute sich über das große Interesse der Unternehmerschaft, der Regionalbanken und der Multiplikatoren aus fast allen Städten und Gemeinden des Kreises. „Die hohe Resonanz ist ein starkes Signal für die wirtschaftliche Dynamik in unserer Region. Es zeigt, dass unsere Unternehmen bereit sind, zu investieren und die Zukunft aktiv zu gestalten. Es ist unsere Aufgabe als Landkreis, sie dabei bestmöglich mit den passenden Informationen und Angeboten zu unterstützen“, so Landrat Polta.

Ziel der Veranstaltung war es, kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) mit bis zu 100 Mitarbeitenden, aber auch Kleinstbetrieben und Selbstständigen, einen kompakten Überblick über die vielfältigen Fördermöglichkeiten zu geben. Ein Expertenteam aus der Wirtschaftsförderung des Landratsamtes, der Geschäftsstelle-LEADER und der ZEKK gGmbH – der Energie- und Klimaschutzagentur der Region Ostwürttemberg – präsentierte praxisnahe Wege, um von Zuschüssen und Förderkrediten zu profitieren.

LEADER Brenzregion: Bis zu 70 % Zuschuss für innovative Projekte möglich

Ein Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf dem Strukturentwicklungsprogramm LEADER. Die für die LEADER-Brenzregion zuständige Geschäftsstelle mit Sitz im Landratsamt Heidenheim stellte vor, wie Unternehmen von dem EU- und Landesprogramm profitieren können. Förderfähig sind Investitionen von Unternehmen mit bis zu 100 Mitarbeitenden, deren Projektstandort in einer der 31 zur kreisübergreifenden LEADER-Brenzregion zugehörigen Städte und Gemeinden liegt. Mit einem Fördersatz von 40 Prozent werden Projekte zwischen 12.500 Euro und 600.000 Euro förderfähigen Netto-Gesamtkosten unterstützt. Bei gemeinwohlorientierten Projekten sind sogar bis zu 70 % Förderung möglich. Als Beispiele wurden erfolgreiche Projekte wie die Umnutzung einer ehemaligen Tierarztpraxis in eine Filzsattel-Manufaktur in Dischingen oder die Errichtung eines Dorfladens in Söhnstetten genannt. Der nächste Förderaufruf startet voraussichtlich im März/April 2026. Interessierte Unternehmen wurden ermutigt, sich frühzeitig mit ihrer Projektidee an die Geschäftsstelle zu wenden.

Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR): Arbeitsplätze schaffen und Strukturen stärken

Auch das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) des Landes Baden-Württemberg stand im Fokus. Dieses zielt darauf ab, die Lebens- und Arbeitsbedingungen im ländlichen Raum nachhaltig zu verbessern. Im Förderschwerpunkt „Arbeiten“ werden KMU bei Investitionen, Erweiterungen und der Schaffung von Arbeitsplätzen unterstützt. Ein besonderer Fokus liegt auf der Innenentwicklung, etwa durch die Umnutzung leerstehender Gebäude. Der Regelfördersatz beträgt bis zu 10 % (maximal 250.000 Euro). Eine Besonderheit: Bei Neubauten wird der Einsatz ressourcenschonender Baustoffe wie Holz gefordert. Für besonders innovative Vorhaben gibt es die Sonderlinie „Spitze auf dem Land!“. Wichtig für interessierte Betriebe: Anträge für das Programmjahr 2027 müssen bis zum 30. September 2026 über die jeweilige Stadt oder Gemeinde beim Regierungspräsidium eingereicht sein.

Energieeffizienz und Klimaschutz: Kosten senken mit der richtigen Förderung

Ein weiterer zentraler Baustein, der im Rahmen der Veranstaltung vorgestellt wurde, war die Förderung von Energieeffizienzmaßnahmen. Ein Experte der ZEKK gGmbH (Zentrum für nachhaltige Energieversorgung, Klimaschutz und Klimafolgenanpassung) erläuterte verschiedene Förderprogramme für Nichtwohngebäude. Vorgestellt wurden auch die Zuschüsse des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) für Einzelmaßnahmen wie Dämmung oder Lüftungsanlagen sowie die Kreditprogramme der KfW für umfassende Sanierungen zum Effizienzhaus oder für klimafreundliche Neubauten. Zudem wurde auf Landesprogramme wie KEFF+ zur Steigerung der Energie- und Materialeffizienz sowie „Klimafit BW“ hingewiesen, die Unternehmen auf dem Weg zur Klimaneutralität begleiten.

Beratungsangebote von IHK und Handwerkskammer

Abgerundet wurde das Informationsangebot durch einen Überblick über die Serviceleistungen der IHK Ostwürttemberg und der Handwerkskammer Ulm. Beide Kammern bieten Betrieben ein breites Spektrum an kostenlosen Beratungen – von der Fördermittelrecherche über Rechts- und Zollfragen bis hin zur Digitalisierung und Unternehmensnachfolge. Sie fungieren als wichtige Lotsen und Netzwerkpartner für die Betriebe in der Region.

Beim anschließenden Imbiss nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer intensiv die Gelegenheit, mit den Referenten ins Gespräch zu kommen, individuelle Fragen zu klären und untereinander wertvolle Kontakte zu knüpfen. Interessenten, die Fragen zu den genannten Themen haben, können sich zudem gerne jederzeit an die Wirtschaftsförderung des Landkreises, die Geschäftsstelle-LEADER und die ZEKK GmbH wenden.

Viele Menschen hören bei einem Vortrag des Landrats zu.
Landratsamt Heidenheim: Bei der Veranstaltung „Unternehmensförderung Ländlicher Raum“

29/2026

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