Erfolgreiche sechste Kommunale Pflegekonferenz im Landkreis Heidenheim
Gemeinsam den Herausforderungen im Pflegebereich begegnen
Die Kommunale Pflegekonferenz (KPK) ist als Plattform für Akteure in der Pflege im Landkreis Heidenheim nicht mehr wegzudenken. Zur mittlerweile sechsten Auflage wurden mehr als 70 teilnehmende Akteure aus der Pflege sowie Vertreterinnen und Vertreter der Städte und Gemeinden, der Politik, des Ehrenamtes, der Krankenkassen und des Bildungssektors vom Vorsitzenden Peter Polta, Landrat des Landkreises, begrüßt: „Die Kommunale Pflegekonferenz hat das Ziel, die Versorgung und Lebensqualität für Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit Pflegebedarf im Landkreis Heidenheim nachhaltig zu verbessern. Hier sind das fachliche Know-how, die Erfahrung und das Engagement der Beteiligten von unschätzbarem Wert.“ Polta verwies darauf, dass die Herausforderungen im Pflege- und Gesundheitssektor komplex und vielschichtig seien und nur in der Gemeinsamkeit zu bewältigen sind.
Das Programm der sechsten Kommunalen Pflegekonferenz gestaltete sich abwechslungsreich. Sozialdezernent Matthias Schauz berichtete aus der Arbeit der Lenkungsgruppe der Kommunalen Pflegekonferenz. Hier gilt es gemeinsam die Kräfte zu bündeln und Schnittstellen etwa zur Gesundheitskonferenz oder dem Palliativnetzwerk (www.palliativnetz-hdh.de) im Blick zu halten. Erfreulich sei laut Schauz das Bekenntnis der künftigen Landesregierung im Koalitionsvertrag zu den Kommunalen Pflegekonferenzen.
Über den Masterplan „Ambulante Gesundheitsversorgung 2035 im Landkreis Heidenheim“ berichtete Dr. Dorothee Thierer-Graß vom Gesundheitsamt des Landkreises. Dabei ging sie insbesondere auf die Bedeutung der Digitalisierung an der Schnittstelle zu Pflegeeinrichtungen ein. Anhand von Beispielen wurden Einblicke in die Möglichkeiten und das Potential von Televisiten und Videosprechstunden gegeben. Anja Hett vom Landratsamt und Gertraud Jauß, die Geschäftsführerin der Kommunalen Pflegekonferenz ist, berichteten über die erfolgreiche Gewinnung von Bewerberinnen und Bewerben für den Pflegeberuf gemeinsam mit den Einrichtungen, dem Klinikum und den mobilen Diensten. Künftig sollen auch die gewonnenen Ausbildungs- und Seniorbotschafter direkt in den Schulen dazu beitragen.
Dass derzeit leider nicht ausreichend Schulplätze für den neuen Jahrgang an der Maria-von Lindenschule zur Verfügung gestellt werden können, ist auf einen Mangel an Lehrkräften in der generalistischen Pflegeausbildung zurückzuführen. Für die Ausstattung mit ausreichend Lehrpersonal an der Maria-von-Lindenschule ist das Land zuständig. Um die Mangelversorgung zu beheben, hatte Landrat Polta kürzlich einen Brief an das Kultusministerium geschrieben. In seiner Antwort hatte das Ministerium zwar Verständnis für die Lage in Heidenheim gezeigt, allerdings keine konkrete und vor allem schnelle Lösung dargelegt. Im Rahmen der Pflegekonferenz versprach Landrat Polta: „Wir werden weiterhin hartnäckig bleiben und deutliche Signale nach Stuttgart senden.“
Einen erfolgreichen Abschluss in dieser Sitzung fand die Arbeitsgruppe Tagespflege. Unter der Leitung von Gertraud Jauß entstand hier die Website seniorenzeit.org. Diese Seite bietet nützliche Informationen rund um das Angebot der Tagespflegen im Landkreis Heidenheim, außerdem einen benutzerfreundlichen Rechner, mit dem individuell kalkuliert werden kann, wie hoch der Eigenanteil für die jeweilige Tagespflege ist.
Vorgestellt wurde zudem das Quartiersprojekt „Niederstotzingen. Gemeinsam. Lebenswert. Zukunft gestalten.“ Landrat Peter Polta sagte zum Projekt: „Die Quartiersentwicklung ist ein zentrales Anliegen unseres Landkreises, weil sie uns dem Ziel einer generationengerechten Kommune im ländlichen Raum näherbringt.“ Dieses Pilotprojekt dient dazu, allen Städten und Gemeinden zu ermöglichen, von den gesammelten Erkenntnissen und Erfahrungen zu profitieren. Dem schloss sich Niederstotzingens Bürgermeister Marcus Bremer an: „Die Kommunen stehen vor enormen Herausforderungen. Quartiersentwicklung ist aus unserer Sicht eine Möglichkeit, gemeinsam Antworten auf diese Herausforderungen zu finden und ein gutes soziales Miteinander zu fördern“.
Als letzter Programmpunkt ging Loretta Gund von der Beratungs- und Prüfaufsicht im Landratsamt auf die Novellierung des baden-württembergischen Heimrechts ein. Hier gelten seit dem 28. Februar 2026 neue Regeln. Gund zeigte die praktischen Folgen dieser Änderungen für die Einrichtungen und deren Träger auf. Auch im kommenden Jahr soll die Kommunale Pflegekonferenz die angestoßenen Prozesse weiter fortsetzen.
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